Wiener Festwochen 2024: Rekordbesuch trotz polarisierender Inszenierungen
Anton BlochWiener Festwochen 2024: Rekordbesuch trotz polarisierender Inszenierungen
Die Wiener Festwochen endeten mit gemischten Kritiken und Rekordbesucherzahlen
Die diesjährigen Wiener Festwochen gingen unter der Leitung von Milo Rau mit einer Mischung aus Begeisterung und Kontroversen zu Ende. Das Programm bot mutige Inszenierungen und lebhafte Debatten. Fast 196.000 Besucher zählte das Festival, wobei die Eröffnungsveranstaltung am Heldenplatz besonders stark frequentiert war.
Milo Raus eigene Produktion Republik der Götter lief fünf Wochen lang und wurde von ihm als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und Weltpremiere angepriesen. Seine Intendanz sorgte jedoch auch für Diskussionen – etwa nach dem umstrittenen Auftritt der selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco. Unter seiner Leitung gingen die Zuschauerzahlen insgesamt aber kontinuierlich zurück.
Einige Produktionen stachen besonders hervor: Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben erntete Lob, ebenso wie die Auftritte von Patti Smith mit Mythen des Alltags und dem Pfingstspiel. Auch Thorsten Lensings Tanzende Idioten und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor wurden enthusiastisch gefeiert.
Nicht alle Inszenierungen überzeugten: Susanne Kennedys Parsifal und Nestervals Adaption des Nibelungenstoffs enttäuschten die Kritik. Den Abschluss bildete Turn des Gob Squad, ein interaktives Stück, das sich mit dem Thema des Doppelgängers auseinandersetzte.
Mit rekordverdächtigen 196.000 Besuchern – fast zwei Drittel davon bei der Eröffnung am Heldenplatz – präsentierten sich die Festwochen unter Rau trotz rückläufiger Auslastung als eine Mischung aus gefeierten Höhenflügen und bemerkenswerten Fehlschlägen. Die Vielfalt der Aufführungen hinterließ einen facettenreichen, aber unvergesslichen Eindruck.






