Wiesbadens Wohnungsmarkt wächst seit 20 Jahren – doch 2020 brachte den Durchbruch
Raphaela HermighausenWiesbadens Wohnungsmarkt wächst seit 20 Jahren – doch 2020 brachte den Durchbruch
Wiesbadens Wohnungsmarkt verzeichnet seit zwei Jahrzehnten stetiges Wachstum. Seit dem Jahr 2000 sind 10.756 neue Wohnungen in der hessischen Landeshauptstadt entstanden. Aktuelle Zahlen zeigen zudem einen deutlichen Anstieg der Baugenehmigungen – 2020 erreichte die Genehmigungsquote den höchsten Stand seit über 20 Jahren.
Ende 2019 umfasste der gesamte Wohnungsbestand Wiesbadens 142.571 Wohnungen. Im selben Jahr wurden jedoch nur 394 neue Einheiten fertiggestellt – eine Zahl, die unter dem langjährigen Durchschnitt der Stadt liegt. Trotz dieses Rückgangs verzeichnete 2020 einen markanten Aufschwung: Die Behörden erteilten Genehmigungen für 1.087 Wohnungen, die meisten seit den späten 1990er-Jahren.
Die Mehrheit der neuen Wohnungen in Wiesbaden entsteht im Rahmen größerer Bauprojekte. Zwei Drittel der kürzlich errichteten Einheiten befinden sich in Mehrfamilienhäusern. Die durchschnittliche Größe dieser neuen Wohnungen liegt bei etwa 100 Quadratmetern, wobei Gas- oder Fernwärme die Hauptenergiequellen darstellen.
Die Wohnungsstruktur der Stadt zeigt deutliche Trends: Ein- und Zweizimmerwohnungen sind vergleichsweise selten. Stattdessen verfügt jede fünfte neue Wohnung über drei oder fünf Zimmer, während ein Viertel der Neubauten mehr als vier Zimmer aufweist. Auffällig sind auch die Eigentumsverhältnisse: 43 Prozent der neu gebauten Wohnungen wurden von den Bewohnern selbst erworben und nicht vermietet.
Der Wiesbadener Wohnungsmarkt entwickelt sich weiter – mit einer klaren Präferenz für größere Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Der jüngste Anstieg der Baugenehmigungen deutet auf eine weitere Expansion in den kommenden Jahren hin. Derzeit spiegelt der Wohnungsbestand der Stadt eine ausgewogene Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen wider.






