Wolfsburgs Leonardo-da-Vinci-Schule droht Kürzung des bilingualen Italienisch-Programms
Anton BlochWolfsburgs Leonardo-da-Vinci-Schule droht Kürzung des bilingualen Italienisch-Programms
Wolfsburgs Leonardo-da-Vinci-Grundschule und -Gesamtschule steht vor Änderungen in ihrem bilingualen Deutsch-Italienisch-Programm. Ab dem nächsten Schuljahr könnte statt der üblichen zwei nur noch eine bilingual unterrichtete Klasse übrig bleiben. Die Entscheidung sorgt bei Eltern und Pädagogen für Besorgnis, die den zweisprachigen Zweig besonders schätzen.
Die Schule bietet seit Langem pro Jahrgang zwei bilingual geführte Klassen ab der ersten Klasse an. Doch nach aktuellen Plänen soll dies ab der fünften Klasse auf nur noch eine Klasse reduziert werden. Eine dagegen gerichtete Online-Petition hat bereits innerhalb von vier Tagen über 550 Unterschriften gesammelt. Die Unterstützer fordern, beide Klassen zu erhalten, um die Stärke des Programms zu bewahren.
Die italienische Gemeinschaft in Wolfsburg blickt auf eine lange Geschichte zurück – ihre Wurzeln reichen bis zu den Arbeitsmigranten der 1960er-Jahre. Heute leben über 60.000 Italiener in der Stadt und prägen ihr kulturelles Gesicht. Der bilingualer Zweig an der Leonardo-da-Vinci-Schule ist derzeit das einzige Angebot dieser Art in Wolfsburg, das unter 70 Prozent Auslastung betrieben wird. Dennoch sieht der Schulentwicklungsplan der Stadt offiziell keine Kürzung des Programms vor.
Eltern und Lehrkräfte betonen die Vorteile der zweisprachigen Bildung. Sie argumentieren, dass nur durch den Erhalt beider Klassen mehr Schülerinnen und Schüler von dem Konzept profitieren können. Der Erfolg der Petition zeigt, wie groß die Unterstützung in der Gemeinschaft für den Erhalt der bilingualen Klassen ist. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, bleibt ab dem nächsten Jahr nur noch eine Klasse übrig – eine Entscheidung, die Schüler, Pädagogen und das italienische Erbe Wolfsburgs noch lange beschäftigen wird.






