Zahnärzteversorgung in der Krise: 11.000 Ärzte fürchten um ihre Rente nach Milliardenverlusten
Frieder LachmannZahnärzteversorgung in der Krise: 11.000 Ärzte fürchten um ihre Rente nach Milliardenverlusten
Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken mit großer Sorge auf ihre Altersvorsorge. Auslöser der Krise sind hochriskante Investitionen ihrer Zahnärzteversorgung, durch die laut Berichten die Hälfte des Gesamtvermögens verloren ging. Die Lage spitzte sich weiter zu, als der Versicherer Element Insolvenz anmeldete und zahlreiche Anlagen in Turbulenzen stürzte.
Die finanziellen Probleme des Versorgungswerks führten zu einem Machtkampf in der Führungsetage. Am 5. April stimmten die Delegierten für die Absetzung des bisherigen Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses. Dieser weigerte sich zurückzutreten und bezeichnete den Beschluss als ungerechtfertigt. Das Abwahlverfahren, vergleichbar mit einem Misstrauensvotum, erforderte eine Zweidrittelmehrheit in der Vertreterversammlung.
Das Berliner Verwaltungsgericht urteilte später, dass ein Vertrauensverlust in seine Führung rechtlich ausreiche, um die Absetzung zu begründen. Zuvor hatte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege den Beschluss als rechtswidrig eingestuft, ohne jedoch weitere Konsequenzen einzuleiten. Unterdessen klagt auch der im April abberufene Vorsitzende des Aufsichtsrats gegen seine Entlassung – der Fall landet ebenfalls vor Gericht.
Das Versorgungswerk funktioniert nach einem Modell, bei dem die Selbstverwaltung im Vordergrund steht, statt auf fachliche Expertise oder enge Verbindungen zur Zahnmedizin zu setzen. Diese Struktur gerät zunehmend in die Kritik, da sich die finanziellen Verluste weiter verschärfen.
Der Zusammenbruch der Zahnärzteversorgung wirft tausende Behandlerinnen und Behandler in ihrer finanziellen Zukunftsplanung zurück. Während juristische Auseinandersetzungen andauern und Investitionen scheitern, bleibt die Lage ungelöst. Die weiteren Entwicklungen werden zeigen, wie die verbleibenden Mittel verwaltet werden – und ob die betroffenen Zahnärztinnen und Zahnärzte überhaupt Entschädigungen erhalten.






