07 May 2026, 22:23

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung strikt ab

Etikett mit dem Namen eines Automodells sichtbar.

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung strikt ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen die Pläne der Europäischen Kommission für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Nach Angaben des Verbands würden die vorgeschlagenen Regeln erhebliche praktische und rechtliche Probleme verursachen – insbesondere für den Gebrauchtwagenmarkt. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, in Brüssel einzugreifen, bevor die Änderungen voranschreiten.

Der Entwurf der EU-Verordnung zielt darauf ab, Käufern klarere Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu liefern – und zwar beim Kauf jedes Fahrzeugs, auch von Gebrauchtwagen. Doch der ZDK argumentiert, dass die Anwendung dieser Regeln auf Gebrauchtfahrzeuge zu ernsthaften Schwierigkeiten führen würde. Viele ältere Modelle wurden nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) getestet, während neuere Fahrzeuge dem strengeren WLTP-System (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Diese Unterschiede in den Messmethoden machen präzise Vergleiche nahezu unmöglich.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus nachträglichen Änderungen an Gebrauchtwagen. Da viele Fahrzeuge auf dem Secondhand-Markt nicht mehr ihren ursprünglichen Spezifikationen entsprechen, fehlen oft verlässliche Verbrauchsangaben. Peckruhn warnte, dass Händler möglicherweise ganz darauf verzichten könnten, ältere Gebrauchtwagen anzunehmen oder zu verkaufen, wenn sie gezwungen wären, die neuen Kennzeichnungspflichten zu erfüllen.

Der ZDK hat nun ein acht Punkte umfassendes Positionspapier an die politischen Entscheidungsträger übermittelt. Darin fordert der Verband, die Kennzeichnungsregeln auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem besteht der ZDK auf klarere Verantwortlichkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie auf eine einheitliche Marktaufsicht in der gesamten EU. Peckruhn betonte, dass der aktuelle Vorschlag Verbrauchern keinen echten Nutzen bringe, während er Unternehmen unnötige Belastungen auferlege.

Die Kritik des ZDK unterstreicht die praktischen Herausforderungen, die mit der Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf Gebrauchtwagen verbunden sind. Ohne Anpassungen könnte die Verordnung den Secondhand-Markt stören und Händler unzumutbar belasten. Der Verband setzt sich nun für einen überarbeiteten Ansatz ein, der sich auf Neufahrzeuge konzentriert und rechtliche Unsicherheiten vermeidet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle