08 June 2026, 14:27

Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken: Ministeriumsangaben stehen in der Kritik

Wie das Ministerium für Landwirtschaft Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken: Ministeriumsangaben stehen in der Kritik

Das Bundeslandwirtschaftsministerium gibt an, der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken sei zwischen 2018 und 2024 um 15 Prozent gesunken. Ein interner Bericht zeigt jedoch, dass die tatsächliche Reduktion lediglich 9,1 Prozent betrug. Die Diskrepanz hat Kritik an der Darstellung der Daten ausgelöst.

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In einer Pressemitteilung betonte das Ministerium zwar eine Zuckerreduktion von 15 Prozent, doch bezog sich diese Zahl lediglich auf einen gewichteten Durchschnitt marktrelevanter Produkte – viele Getränke wurden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Der interne Bericht verwies zudem auf Unsicherheiten bei der 15-Prozent-Angabe, bedingt durch eine kleinere Stichprobe im Jahr 2018 und mögliche methodische Unterschiede.

Insgesamt gab es im gleichen Zeitraum keine signifikanten Veränderungen beim Zuckergehalt zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke. Getränke mit kindgerechtem Design wiesen 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker auf als 2019. Diese Details fehlten in der öffentlichen Stellungnahme des Ministeriums, das auch die Unsicherheiten um die 15-Prozent-Angabe nicht erwähnte.

Kritiker werfen dem Ministerium vor, das Problem herunterzuspielen, um strengere Regulierungen zu vermeiden. Luise Molling von der Verbraucherorganisation Foodwatch argumentierte, das Ministerium stelle die Fortschritte der Industrie als Erfolg dar, um gesetzliche Vorgaben überflüssig erscheinen zu lassen. Das Ministerium wies die Vorwürfe zurück und bestritt, einen falschen Eindruck erweckt zu haben.

Unterdessen treibt die Bundesregierung Pläne für eine Zuckersteuer auf gesüßte Getränke voran, die 2028 in Kraft treten soll. Von der Abgabe ausgenommen wären Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Bei einem Gehalt von fünf bis acht Gramm würde eine Abgabe von 26 Cent pro Liter fällig, bei höherem Zuckergehalt 32 Cent. Die Maßnahme soll jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen.

Während das Ministerium eine Zuckerreduktion von 15 Prozent behauptet, liegt der Wert im eigenen Bericht bei nur 9,1 Prozent. Die geplante Zuckersteuer, die 2028 eingeführt wird, belastet besonders zuckerreiche Getränke mit höheren Kosten. Ziel der Regelung ist es, den Konsum zu verringern und gleichzeitig Einnahmen für öffentliche Haushalte zu generieren.

Quelle