250 Frauen fordern radikale Reformen gegen männliche Gewalt in Deutschland
Anton Bloch250 Frauen fordern radikale Reformen gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen und Medienvertreterinnen, die sich für dringende Rechtsreformen einsetzen. Ihre Forderungen reichen von neuen Straftatbeständen bis hin zu strengeren digitalen Schutzmaßnahmen für Betroffene.
Unter den Unterzeichnerinnen befinden sich SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, die Schauspielerin Veronica Ferres und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie fordern, "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch anzuerkennen. Zudem verlangen sie ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung digital entkleiden. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte.
Das Bündnis setzt sich außerdem für ein Zustimmungsmodell nach dem Prinzip "Nur Ja heißt Ja" im Sexualstrafrecht ein. Ihr Plan umfasst zudem ein Digitales Schutzgesetz, das sicherstellen soll, dass schädliche Inhalte schnell gelöscht werden und Täter identifiziert werden können. Zwar hat die Bundesregierung Reformen angekündigt, um digitale sexualisierte Gewalt zu bekämpfen, doch diese Maßnahmen erfüllen die Forderungen der Gruppe nur teilweise.
Am 27. Februar 2026 debattierte der Bundestag einen Regierungsentwurf, der elektronische Fußfesseln für gefährliche Wiederholungstäter bei häuslicher Gewalt vorsieht. Der Entwurf enthält auch schärfere Strafen bei Verstößen gegen Schutzanordnungen – bis zu drei Jahren Haft – sowie verbesserte Risikobewertungen. Justizministerin Stefanie Hubig bestätigte, dass weitere Reformen, darunter strengere Regeln zu digitaler Gewalt, Ende Februar oder Anfang März 2026 zur Abstimmung vorgelegt werden sollen. Eine nationale Strategie oder die vollständige Einführung des "Ja-heißt-Ja"-Modells steht jedoch noch aus.
Auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 5. März 2026 bekräftigten die Länderchefs ihr Engagement im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Da diese Maßnahmen jedoch auf Landesebene umgesetzt werden und nicht bundesweit geregelt sind, bleiben die Forderungen des Bündnisses nach flächendeckenden Veränderungen unerfüllt.
Die jüngsten Schritte der Regierung gehen zwar auf einige der Forderungen der 250 Frauen ein, insbesondere bei digitaler Gewalt und Opferschutz. Dennoch bestehen weiterhin Lücken, etwa bei einer nationalen Strategie oder der vollständigen Umsetzung des "Nur Ja heißt Ja"-Prinzips. Das Bündnis drängt weiterhin auf umfassendere Rechtsreformen, um männliche Gewalt in Deutschland wirksam zu bekämpfen.






