400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön: Eine Ausstellung gegen das Vergessen
Frieder Lachmann400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön: Eine Ausstellung gegen das Vergessen
Neue Ausstellung beleuchtet 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön
In Hilders hat eine Ausstellung eröffnet, die 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön erkundet. Organisiert vom Historiker Dr. Michael Imhof, zeigt die Schau den tiefgreifenden Einfluss jüdischer Gemeinden in der Region. Bei der Eröffnung hielt Dr. Imhof, der sich seit über vier Jahrzehnten mit der jüdischen Geschichte der Rhön beschäftigt, zudem einen Vortrag.
Die Ausstellung ist an zwei Standorten zu sehen: in der Mittelpunktschule Hilders sowie im Hessischen Verwaltungsgebäude des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Sie bleibt bis Ende März 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Im Mittelpunkt steht, wie jüdische Gemeinden die Rhön über Jahrhunderte geprägt haben. Orte wie Wüstensachsen, 1653 gegründet, entwickelten sich zur größten jüdischen Gemeinde in der Hessischen Rhön. Weitere wichtige Schauplätze waren Barchfeld, wo 1844 eine Synagoge erbaut wurde, sowie Oberelsbach, Schenklengsfeld und Weisbach. Diese Gemeinden trugen wirtschaftlich, sozial und politisch zur Entwicklung der Region bei.
Bei der Eröffnung sprach Dr. Imhof über die Herausforderungen, denen jüdische Bewohner im Laufe der Zeit gegenüberstanden – von Marktverboten bis hin zu Deportationen und Verfolgung unter der NS-Herrschaft. Sebastian Müller, Mitglied des Hessischen Landtags, betonte bei seinem Besuch die Bedeutung, diese Ungerechtigkeiten im Gedächtnis zu bewahren.
Schülerinnen und Schüler waren aktiv in die Vorbereitung der Ausstellung eingebunden und zeigten, wie sich jüngere Generationen mit Geschichte auseinandersetzen können. Das Projekt zielt darauf ab, das Erbe jüdischen Lebens durch Bildung und öffentliche Teilhabe lebendig zu halten.
Am 26. Februar um 19:00 Uhr kehrt Dr. Imhof für einen weiteren Vortrag zurück: "Gegen das Vergessen: Jüdisches Leben in der Rhön". Begleitet wird er von Jana Hengstler von der Jüdischen Gemeinde Fulda. Die Veranstaltung findet im Hessischen Verwaltungsgebäude des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön statt.
Die Ausstellung bietet einen detaillierten Einblick in die jüdische Geschichte der Rhön – von den frühen Siedlungen bis zu den Herausforderungen des 20. Jahrhunderts. Über ein Jahr lang bleibt sie geöffnet und gibt Besuchern die Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit der Region zu beschäftigen. Die Vorträge und die Einbindung der Schüler unterstreichen zusätzlich ihre Rolle bei der Bewahrung des lokalen Gedächtnisses.
Dr. Imhofs Vortrag am 10. März enthüllt neue Erkenntnisse ├╝ber j├╝dische Beitr├Ąge und historische Herausforderungen
Ein neuer Vortrag von Dr. Michael Imhof am 10. M├Ąrz 2026 vertieft die laufende Ausstellung. Wichtige Erkenntnisse sind:
- Fr├╝he j├╝dische Siedlungen wie W├╝stensachsen und Gersfeld, gesch├╝tzt von Adelsfamilien.
- Nachholocaust-Reste wie Friedh├Âfe und Synagogen.
- Die Rolle der Franz├Âsischen Revolution bei der F├Ârderung der j├╝dischen Gleichstellung. Die Ausstellung bleibt bis zum Ende des Monats ge├Âffnet.