Berliner Mordprozess gegen Palliativmediziner kurz vor dem Urteilsspruch
Frieder LachmannBerliner Mordprozess gegen Palliativmediziner kurz vor dem Urteilsspruch
Der Mordprozess gegen einen 41-jährigen deutschen Palliativmediziner in Berlin nähert sich seinem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen September 2021 und Juli 2024 vorsätzlich 15 Patienten getötet zu haben. Der Fall sorgt wegen seines Ausmaßes und des beruflichen Hintergrunds des Angeklagten für großes Aufsehen.
Der beschuldigte Arzt, der über eine Promotion verfügt, befindet sich seit seiner Festnahme Anfang August 2024 in Untersuchungshaft. Der Prozess begann im Juli 2025, und heute wird das Gericht ein psychiatrisches Gutachten hören, das seine Persönlichkeit und Schuldfähigkeit bewertet. Dieses Gutachten könnte das Ende der Beweisaufnahme markieren und den Weg für die Plädoyers bereits ab Montag, dem 29. Juni, ebnen.
Parallel zum Verfahren ermitteln die Behörden weiterhin in 76 weiteren Fällen, die mit dem Arzt in Verbindung stehen könnten. Ende April fand im Rahmen der laufenden Untersuchungen eine weitere Exhumierung statt. Die Staatsanwaltschaft geht von niedrigen Beweggründen bei den Taten aus, was die Schwere der Vorwürfe zusätzlich unterstreicht.
Der Fortgang des Prozesses hängt von der Vorstellung des Gutachtens und der möglichen Beendigung der Beweisaufnahme ab. Falls die Verhandlungen wie erwartet voranschreiten, könnten die Plädoyers bereits nächste Woche beginnen. Der Angeklagte bleibt bis dahin in Untersuchungshaft, während sich das Gericht auf die nächsten Schritte vorbereitet.
