Berliner Philharmoniker vor Sanierung: Umzug und 1,15 Milliarden Euro im Raum
Anton BlochBerliner Philharmoniker vor Sanierung: Umzug und 1,15 Milliarden Euro im Raum
Die Berliner Philharmoniker stehen vor einer umfassenden Sanierung, die 2032 – kurz nach ihrem 150-jährigen Jubiläum – beginnen soll. Während der Bauarbeiten muss das Orchester vorübergehend umziehen. Derzeit prüfen Verantwortliche mögliche Zwischenlösungen sowie den Umfang der anstehenden Arbeiten.
Im Mittelpunkt der Renovierung stehen die Verbesserung des Brandschutzes und der Backstage-Bereiche, während die legendäre Akustik des Großen Saals erhalten bleiben soll. Während der Bauphase benötigt das Orchester ein interimistisches Domizil mit etwa 2.300 Plätzen, das hohe akustische Anforderungen erfüllt.
Zwei Standorte werden diskutiert: das Internationale Congress Centrum (ICC) und der Flughafen Tempelhof. Die Stadt favorisiert das ICC, doch das Orchester äußert Bedenken hinsichtlich der Akustik, notwendiger Dekontaminierungsmaßnahmen sowie der potenziellen Kosten und des Zeitaufwands für eine Sanierung. Eine Machbarkeitsstudie schlägt stattdessen vor, in den Hangars des Flughafens Tempelhof zwei neue Konzerthallen zu errichten, in denen die Philharmoniker acht Jahre lang für geschätzte 1,15 Milliarden Euro spielen könnten.
Die endgültige Entscheidung über Sanierung und Umzug wird voraussichtlich von der neuen Regierung abhängen. Die angespannte Haushaltslage Berlins und Debatten über den Nutzen des Projekts für die Stadt verstärken die Unsicherheit. Zudem ist unklar, wie es mit der vielgelobten Intendantin Andrea Zietzschmann nach 2028 weitergeht.
Die Sanierungs- und Umzugspläne sollen unmittelbar nach den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen 2032 starten. Die Wahl des Interimsstandorts und die Finanzierung des Vorhabens werden die nächste Phase des Orchesters prägen. Politische und finanzielle Faktoren werden maßgeblich darüber entscheiden, wie die Pläne voranschreiten.
