28 April 2026, 02:26

Bundeskartellamt verklagt dm wegen Online-Verkaufs rezeptfreier Medikamente

Innenseite einer chinesischen Apotheke mit Glaswänden, einer Pflanze auf der linken Seite, Regalen mit Gegenständen, verstreuten Kartons auf dem Boden und einem Namensschild oben.

Bundeskartellamt verklagt dm wegen Online-Verkaufs rezeptfreier Medikamente

Die deutsche Bundeskartellbehörde hat rechtliche Schritte gegen die Drogeriemarktkette dm eingeleitet. Die beim Landgericht Karlsruhe eingereichte Klage richtet sich gegen den Versandhandel des Unternehmens mit rezeptfreien Medikamenten. Die Behörde wirft dm vor, durch die Ausnutzung rechtlicher Grauzonen gegen Arzneimittel- und Apothekenrecht zu verstoßen.

Laut den Ermittlern umgeht das Unternehmen inländische Vorschriften, indem es Online-Verkäufe über eine tschechische Tochtergesellschaft abwickelt. Dieses Vorgehen untergrabe demnach das deutsche Apothekenrecht, das strenge Unabhängigkeits- und Besitzregeln für den Medikamentenverkauf vorschreibt. Selbst eine separate "Apotheken-Ecke" in stationären Filialen wäre nach Ansicht der Aufsichtsbehörden unzulässig – folgerichtig müssten dieselben Maßstäbe auch im Online-Handel gelten.

Das Geschäftsmodell von dm, das klassische Drogerieartikel mit apothekenpflichtigen Medikamenten kombiniert, wirft Fragen zum Verbraucherschutz auf. Die Klage argumentiert, dass diese Praxis den fairen Wettbewerb verzerrt und eine gefährliche Präzedenz für andere Händler schaffen könnte. Der Fall gilt als richtungsweisend für das deutsche Arzneimittelversorgungssystem, da er klären soll, ob solche hybriden Modelle rechtlich zulässig sind.

Parallel dazu stellt die Behörde in einem weiteren Rechtsstreit auch die in den Filialen angebotenen Sehtests von dm infrage. Beide Verfahren werfen grundsätzliche Fragen auf, wie Online-Handelsregeln auf gesundheitsbezogene Produkte anzuwenden sind.

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Die Gerichtsentscheidung wird zeigen, ob der Versandapotheken-Service von dm in der aktuellen Form fortgeführt werden darf. Ein Urteil gegen das Unternehmen könnte dm zu Anpassungen seines Geschäftsmodells zwingen und auch andere Händler treffen, die ähnliche Strategien verfolgen. Das Ergebnis wird voraussichtlich die künftige Regulierung des Online-Medikamentenverkaufs in Deutschland prägen.

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