Wiesbadener Gewerkschaft fordert radikale Steuerreform gegen soziale Spaltung
Laila BienWiesbadener Gewerkschaft fordert radikale Steuerreform gegen soziale Spaltung
Eine Wiesbadener Gewerkschaft hat Alarm wegen der wachsenden Ungleichheit in der Stadt geschlagen. Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, warnte vor einer sich vertiefenden sozialen Spaltung. Seine Äußerungen fielen im Zusammenhang mit Forderungen nach grundlegenden Steuerreformen, um das Ungleichgewicht zwischen Arbeits- und Kapitaleinkünften zu verringern.
In Wiesbaden leben derzeit 154 Einkommensmillionäre, während gleichzeitig 151.200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bestehen. Das bedeutet: Auf 982 Beschäftigte, die in die Sozialsysteme einzahlen, kommt eine Person, die jährlich mehr als eine Million Euro verdient.
Die Gewerkschaft drängt auf mehrere steuerpolitische Änderungen, um die Ungleichheit zu bekämpfen. Zu den zentralen Forderungen gehört die Abschaffung des Ehegattensplittings. Zudem soll Arbeitseinkommen nicht höher besteuert werden als Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden.
Weitere Vorschläge umfassen die Einführung einer Vermögenssteuer sowie eine Anhebung des Spitzensteuersatzes. Die Gewerkschaft argumentiert, dass diese Maßnahmen in der politischen Debatte nicht länger tabu sein dürften. Ziel der Pläne ist eine gerechtere Verteilung der Steuerlast zwischen Spitzenverdienern und Arbeitnehmern. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Besteuerung von Einkommen und Vermögen in der Region grundlegend verändern. Die Forderungen spiegeln eine breitere Debatte über die Fairness des aktuellen Systems wider.






