Chemieindustrie bleibt Deutschlands größter Energieverbraucher im Jahr 2020
Anton BlochChemieindustrie bleibt Deutschlands größter Energieverbraucher im Jahr 2020
Deutschlands Industrie verbrauchte 2020 insgesamt 3.747 Petajoule Energie – ein leichter Rückgang um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die chemische Industrie war dabei mit Abstand der größte Energieverbraucher und machte fast ein Drittel des Gesamtbedarfs aus.
Mit einem Anteil von 29 Prozent dominierte der Chemiesektor den industriellen Energieverbrauch. Innerhalb dieser Branche flossen über ein Drittel der Energie in die Herstellung von Rohstoffen für chemische Erzeugnisse. Weitere 12 Prozent wurden speziell als Einsatzstoff für Chemikalien, Düngemittel und Kunststoffe genutzt.
An zweiter Stelle folgte die Metallerzeugung und -verarbeitung mit 22 Prozent des Gesamtverbrauchs. Betrachtet man jedoch allein den reinen Energieeinsatz (ohne Rohstoffnutzung), lag dieser Sektor mit 24 Prozent sogar vor der chemischen Industrie.
Erdgas blieb die wichtigste Energiequelle und deckte 31 Prozent des industriellen Bedarfs. Strom machte 21 Prozent aus, während Mineralöle, Erdölprodukte und Kohle jeweils 16 Prozent beisteuerten. Die Koksherstellung und Raffinerieindustrie verbrauchten gemeinsam 10 Prozent der Gesamtmenge.
Die Zahlen unterstreichen die zentrale Rolle der chemischen Industrie in der deutschen Energielandschaft. Sowohl als direkter Verbraucher als auch als Lieferant von Rohstoffen prägte sie fast ein Drittel der industriellen Nachfrage. Gleichzeitig blieb Erdgas der mit Abstand am häufigsten genutzte Energieträger in allen Sektoren.






