13 June 2026, 14:19

David Hockney – ein provokanter Visionär der Kunst ist tot

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David Hockney – ein provokanter Visionär der Kunst ist tot

Der Maler David Hockney, dessen Werk die Kunstwelt gleichermaßen begeisterte und herausforderte, ist im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Seine Karriere begann mit selbstbewusster Eigenwerbung, und sein verspielter Umgang mit Kunst sprengte konventionelle Grenzen. Er wurde zu einer prägenden Figur seiner Generation, die Witz mit verblüffender visueller Innovation verband.

Mit 23 Jahren kleidete er seinen Arbeitsplatz am Royal College of Art mit Abbildungen halb entkleideter Männer aus amerikanischen Bodybuilding-Magazinen aus. Seine frühe Faszination für die menschliche Form zog sich durch Jahrzehnte – in Zeichnungen, Fotografien und Gemälden inszenierte er oft athletische, idealisierte Figuren.

Schon mit 33 Jahren wurde ihm eine erste Retrospektive gewidmet. Seine Kunst, oberflächlich betrachtet leicht und heiter, durchbrach spielerisch Genres und Stile. Einmal behauptete er, in den Initialen Walt Whitmans (23.23.) einen numerischen Code entdeckt zu haben – ein Hinweis auf die rätselhaftere, tiefgründigere Seite seines Schaffens.

Sein berühmtestes Werk, „A Bigger Splash“, fing in Acryl einen idealisierten Bungalow mit Sprungbrett ein und verkörperte die Energie des „Swinging London“, eine Szene, die er später als schickes Spielparadies der Privilegierten abtat. Zeit seines Lebens gelingt es ihm, die etablierte Kunstwelt mit gleichermaßen spöttischer wie faszinierender Brillanz zu provozieren.

Hockney hinterlässt ein Erbe lebendiger, grenzüberschreitender Kunst. Sein oft als verspielt wahrgenommenes Werk trug stets vielschichtige Bedeutungen und technische Meisterschaft in sich. Die Kunstwelt verliert damit eine ihrer markantesten und nachhaltigsten Stimmen.

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