06 March 2026, 06:25

Demokratie in Gefahr: Extremismus und Hasskriminalität nehmen dramatisch zu

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Zukunft ist ein Menschenrecht" vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, das mit Fenstern, Säulen und Bögen verziert ist und von Fahnenmasten umgeben ist, unter einem bewölkten Himmel.

Demokratie in Gefahr: Extremismus und Hasskriminalität nehmen dramatisch zu

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen steht weiterhin hinter den Kernwerten einer liberalen Demokratie – doch aktuelle Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Anstieg extremistischer Einstellungen. Zwar bekundeten 2025 noch 85,6 Prozent der Bevölkerung ihre Verbundenheit mit demokratischen Prinzipien, doch immer mehr Menschen zeigen sich offen für politisch extreme Ideologien als in den Vorjahren. Regierungsdaten verzeichnen zudem einen deutlichen Anstieg hassmotivierter Straftaten im Land.

Zwischen 2020 und 2025 stieg der Anteil derer, die für rechtsextreme Ideologien anfällig sind, deutlich an. Während 2021 noch 21,8 Prozent solche Ansichten offen gegenüberstanden, waren es 2025 bereits 29,6 Prozent. Gleichzeitig wurden 14,4 Prozent der Befragten als "demokratiedistanziert" eingestuft – sie lehnen also zentrale demokratische Werte ab.

Auch die Zahl der Hassdelikte nahm stark zu. 2020 erfasste die Polizei 1.221 Opfer politisch motivierter, vorurteilsgeprägter Straftaten. Bis 2024 stieg diese Zahl auf 2.162 an. Die Rate solcher Taten pro 100.000 Einwohner erreichte 2024 mit 100,7 den höchsten je verzeichneten Stand.

Antisemitische und antimuslimische Haltungen verbreiteten sich ebenfalls. Bis Mitte 2025 vertraten 7,2 Prozent der Befragten offen antisemitische Positionen, während 28,3 Prozent klare antimuslimische Vorurteile zeigten.

Die Bundesregierung hat darauf mit Gegenmaßnahmen reagiert. Seit 2020 umfasst dies unter anderem die Ausweitung des Programms "Demokratie leben!" mit 1,5 Milliarden Euro Förderung (2021–2024) für politische Bildung und Präventionsarbeit. 2022 wurde das Zentrum für Radikalisierungsforschung (ZeRi) gegründet, und die Polizeiausbildung zum Thema Rechtsextremismus wurde intensiviert. Der Nationale Aktionsplan gegen Rechtsextremismus von 2023 zielte gezielt auf den Anstieg von Antisemitismus, Verschwörungsideologien und politisch motivierter Gewalt ab – Trends, die in den MOTRA-Monitoring-Berichten identifiziert wurden.

Trotz der grundsätzlichen starken Unterstützung für die Demokratie offenbaren die Daten eine wachsende Herausforderung: Immer mehr Menschen in Deutschland neigen zu extremistischen Ansichten, und die Zahl der Hassdelikte steigt rasant. Die Gegenmaßnahmen der Regierung sollen diesen Entwicklungen begegnen – doch die Zahlen deuten darauf hin, dass das Problem dringender wird.

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