Dolmetscher soll Krankenkassen mit 3.500 gefälschten Rechnungen betrogen haben
Raphaela HermighausenDolmetscher soll Krankenkassen mit 3.500 gefälschten Rechnungen betrogen haben
Ein 57-jähriger deutscher Gebärdensprachdolmetscher steht unter Verdacht, in großem Stil Krankenkassen betrogen zu haben. Den Ermittlern zufolge reichte der Beschuldigte seit 2019 fast 3.500 gefälschte Rechnungen ein, wodurch ein Schaden von über einer Million Euro entstand. Der Fall wird von Spezialeinheiten bearbeitet, die auf Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen spezialisiert sind.
Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Straftaten im medizinischen Wirtschaftskriminalitätsbereich (ZSMS) durchsuchte die Wohnung des Verdächtigen. Dabei beschlagnahmten die Beamten umfangreiche Unterlagen, mehrere Mobiltelefone, rund 2.000 Euro Bargeld sowie Luxusgüter im Wert von etwa 40.000 Euro.
Der Beschuldigte soll demnach gefälschte oder gestohlene Arztstempel verwendet haben, um fingierte Leistungsbestätigungen zu erstellen. Zudem reichte er gefälschte Auftragsbestätigungen ein, um Abrechnungen für nie erbrachte Dienstleistungen zu stellen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die betrügerischen Aktivitäten 2019 begannen und über mehrere Jahre andauerten.
Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen (ZMWK) koordiniert die Ermittlungen in ganz Hessen. Die Behörde ist auf komplexe Fälle von Abrechnungsbetrug und Korruption im Gesundheitssektor spezialisiert. Bisher konnten im Rahmen der laufenden Untersuchungen noch nicht alle möglichen Beteiligten oder Mittäter identifiziert werden.
Im Mittelpunkt des Falls stehen fast 3.500 gefälschte Rechnungen, durch die ein Schaden von über einer Million Euro entstand. Die Behörden werten weiterhin beschlagnahmte Beweismittel und Finanzunterlagen aus. Die Ermittlungen dauern an, und es werden weitere Erkenntnisse erwartet, sobald zusätzliche Details bekannt werden.






