18 March 2026, 08:26

Frankfurter Hauptbahnhof bekommt mehr Kapazität – doch reicht das gegen das Chaos?

Eine Gruppe von Menschen, die um einen Zug herumstehen und auf dem ersten Bahnhof Deutschlands, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund.

Frankfurter Hauptbahnhof bekommt mehr Kapazität – doch reicht das gegen das Chaos?

Frankfurter Hauptbahnhof, Deutschlands zweitgrößter Bahnknotenpunkt, soll aufgerüstet werden, um die seit langem bestehende Überlastung zu entschärfen. Mit einem neuen Gleis und einem System, das es zwei Zügen ermöglicht, sich eine einzige Plattform zu teilen, sollen Verspätungen reduziert werden. Die Maßnahmen kommen zu einer Zeit, in der der Bahnhof mit massiver Überfüllung kämpft – täglich werden hier fast eine halbe Million Fahrgäste abgefertigt.

Die 26 Personengleise des Bahnhofs reichen oft nicht aus, um die Nachfrage zu decken, was zu Folgeverspätungen im gesamten Land führt. Nun setzen die Verantwortlichen auf kurzfristige Lösungen, während gleichzeitig langfristige Großprojekte geplant werden – darunter ein neuer Bahntunnel und ein unterirdischer Bahnhof in den 2030er-Jahren.

Ab diesem Sommer können auf den Gleisen 10, 11, 14, 15, 16 und 17 zwei Züge gleichzeitig halten. Neue Zugsicherungssignale haben diese Bahnsteige in zwei Abschnitte unterteilt, sodass längere Züge in kürzere Verbindungen mit unterschiedlichen Zielen aufgeteilt werden können. Damit soll eine flexiblere Taktung möglich werden – und die Verspätungen verringert werden, die durch überfüllte Bahnsteige entstehen.

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Parallel dazu ist ein 27. Gleis mit der Nummer 25 in Planung. Die Genehmigung wird bis Herbst 2025 erwartet, die vorbereitenden Bauarbeiten sollen im Januar 2026 beginnen. Allerdings wird das Gleis frühestens 2027 für den Fahrgastbetrieb freigegeben. Diese Erweiterung folgt auf laufende Kapazitätsausbauprojekte, etwa die beiden neuen Fernbahngleise zwischen Frankfurt Stadion und dem Hauptbahnhof, die bis 2030 fertiggestellt werden sollen.

Über diese Sofortmaßnahmen hinaus sind für die frühen 2030er-Jahre größere Vorhaben vorgesehen. Ein Fernbahntunnel und ein neuer unterirdischer Bahnhof sollen die grundlegenden Kapazitätsengpässe beheben. Der Druck auf den Knotenpunkt wächst stetig – allein auf der Strecke Mannheim–Frankfurt sind 2024 rund 76.000 Fahrgäste täglich unterwegs. Zusätzliche Belastungen bringen Baustellen wie die Sperrung der Riedbahn von Juli bis Dezember 2024 oder die Ausbauarbeiten im Kinzigtal mit sich.

Die Veränderungen am Frankfurter Hauptbahnhof werden den Zugbetrieb effizienter gestalten und Engpässe verringern. Kurzfristige Maßnahmen wie die gemeinsame Bahnsteignutzung und Gleis 25 sollen bis in die 2030er-Jahre Entlastung bringen, wenn die großen Infrastrukturprojekte realisiert werden. Bis dahin zielen die Aufrüstungen darauf ab, Verspätungen einzudämmen und den Service für die tägliche Flut von Pendler:innen und Reisenden zu verbessern.

Quelle