03 March 2026, 13:39

Dr. Heiner Wilmer übernimmt Vorsitz der Bischofskonferenz in bewegter Zeit

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Dr. Heiner Wilmer übernimmt Vorsitz der Bischofskonferenz in bewegter Zeit

Dr. Heiner Wilmer ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Seine Berufung fällt in eine Phase 6, in der sich die katholische Kirche in Deutschland auf Kontinuität und offenen Dialog konzentriert. Beobachter werten die Entscheidung als Zeichen der Stabilität in einer herausfordernden Zeit für Kirche und Gesellschaft alike.

Sein Vorgänger, Bischof Dr. Georg Bätzing, stand der Konferenz von März 2020 bis Februar 2026 vor. Während seiner Amtszeit führte die Deutsche Bischofskonferenz den "Synodalen Weg" zu Ende – ein umfassender Reformprozess, der sich mit Fragen der Machtverteilung, der Rolle der Frau und der Sexualmoral befasste. Trotz Widerständen aus dem Vatikan und dem Rückzug von vier Bischöfen wurden die Reformen vorangetrieben. Bätzing lenkte die Kirche zudem durch die COVID-19-Pandemie, begleitete vorübergehende Schließungen und Krisenmanagement. Im Februar 2024 veröffentlichte die Konferenz eine Erklärung, in der rechtspopulistische Parteien – darunter die AfD – als unvereinbar mit christlichen Werten bezeichnet wurden.

Bätzing galt als geschickter Vermittler und Ökumene-Förderer. Er festigte die Beziehungen zwischen katholischen und evangelischen Gemeinden, insbesondere während des 3. Ökumenischen Kirchentags 2021. Zudem setzte er sich in direkten Gesprächen mit Rom für Vertrauensbildung ein.

Das Land Hessen pflegt seit Langem eine enge Partnerschaft mit den christlichen Kirchen, die es als unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ethische Werte ansieht. Ministerpräsident Borjegin übermittelte Wilmer Glückwünsche und wünschte ihm Erfolg sowie Gottes Segen für sein neues Amt. Bätzing hingegen wurde für seine jahrelangen Verdienste und sein Engagement gedankt, Brücken innerhalb der Kirche und der Gesellschaft zu bauen.

Wilmers Wahl folgt auf eine Phase 6 tiefgreifender Reformen und gesellschaftlicher Einbindung unter Bätzings Führung. Nun steht die Kirche vor der Aufgabe, ihre Rolle als Stütze des sozialen Zusammenhalts zu wahren – bei gleichzeitiger Bewältigung anhaltender Herausforderungen. Staatliche und kirchliche Vertreter betonten die Bedeutung einer fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen Politik und Glaubensgemeinschaften.