Egelsbach schafft finanziellen Neuanfang nach Schutzschirm-Ausstieg
Egelsbach verlässt erfolgreich Hessens kommunales Schutzschirmprogramm
Nach Jahren der finanziellen Umstrukturierung hat Egelsbach das kommunale Schutzschirmprogramm des Landes Hessen erfolgreich verlassen. Die Gemeinde erzielte drei Jahre in Folge einen ausgeglichenen Haushalt und erlangt damit wieder die volle Kontrolle über ihre Finanzen. Behördenvertreter lobten den Erfolg als seltenes Beispiel gelungener Konsolidierung angesichts übergeordneter wirtschaftlicher Herausforderungen.
Egelsbach war 2013 in das Schutzschirmprogramm eingetreten, wodurch sein Haushalt unter die Aufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt gestellt wurde. Bis 2019 gelang es der Kommune, drei Mal in Folge die Bücher auszugleichen – eine Voraussetzung für den Austritt aus dem Programm. Im Rahmen des Ausstiegs übernahm das Land Hessen Schulden in Höhe von über 3,4 Millionen Euro.
Zusätzlich beteiligte sich die Stadt an der Initiative Hessenkasse, durch die das Land weitere 6,9 Millionen Euro an kurzfristigen Krediten übernahm. Diese Maßnahmen halfen Egelsbach, drastische Kürzungen zu vermeiden, darunter die drohende Schließung des Freibads und des Bürgerhauses Eigenheim. Ein besonderer Erfolg war die Verhinderung einer geplanten Erhöhung der Grundsteuer B um 620 Prozent, was die Belastung für die Bürger deutlich verringerte.
Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium entscheidend für die Erholung Egelsbachs gewesen sei. Zwar habe die Gemeinde Fortschritte gemacht, doch weitergehende wirtschaftliche Belastungen – etwa durch die Folgen militärischer Konflikte und Konjunkturabschwünge – stellten weiterhin Risiken für die Kommunalverwaltungen dar. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Finanzaufsicht nun an den Kreis Offenbach zurückgegeben, womit die externe Kontrolle endet.
Mit dem Austritt aus dem Schutzschirmprogramm erlangt Egelsbach nach fast einem Jahrzehnt externer Überwachung wieder seine finanzielle Eigenständigkeit. Die Fähigkeit der Gemeinde, Schulden abzubauen und größere Einschnitte bei öffentlichen Leistungen zu vermeiden, hebt sie in einer Zeit hervor, in der viele Kommunen unter wachsendem wirtschaftlichen Druck stehen. Landesvertreter bestätigten, dass die Unterstützung für besonders betroffene Gemeinden bei Bedarf fortgesetzt werde.