25 June 2026, 14:22

Entwicklungshilfe-Reform scheitert an mangelnder Strategie und lokaler Einbindung

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe-Reform scheitert an mangelnder Strategie und lokaler Einbindung

Am Mittwoch stellten die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vor. Mathias Mogge und Joshua Hofert sprachen im Namen ihrer Nichtregierungsorganisationen und skizzierten zentrale Bedenken gegenüber den aktuellen Reformplänen. Sie kritisierten, dass der Ansatz der Regierung trotz jüngster Kurskorrekturen an einer klaren, einheitlichen Strategie fehle.

Die Organisationen begrüßten zwar die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik, betonten jedoch, dass diese den wachsenden Herausforderungen nicht gerecht werde. Als drängende Problembereiche nannten sie eskalierende Krisen, Kriege und den Klimawandel, die ein entschlosseneres Handeln erforderten. In ihrem gemeinsamen Bericht forderten sie, die Mittel für humanitäre Hilfe im nächsten Bundeshaushalt von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen.

Mogge unterstrich, dass die Reform nicht auf die Menge, sondern auf die Qualität der Hilfe abzielen müsse. Er plädierte für weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit zivilgesellschaftlicher Gruppen. Zudem betonte er, dass Gelder stärker in präventive Maßnahmen fließen müssten – und nicht nur in akute Nothilfe.

Beide Vertreter bestanden darauf, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann funktionieren könne, wenn sie die Interessen lokaler Akteure berücksichtige. Sie warnten die Bundesregierung davor, eigene Belange einseitig über die der Partnerländer zu stellen. Hofert ergänzte, die Reform dürfe kein von Berlin gesteuertes Top-down-Projekt werden. Gefordert werde stattdessen eine frühzeitige und verbindliche Einbindung der Partnerstaaten, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen.

Die NGOs betonten zudem, dass Entwicklungshilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse. Sie dürfe nicht an Sicherheits-, Migrations- oder geopolitische Ziele geknüpft werden. Darüber hinaus verlangten sie, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zivilgesellschaft aktiv in die Gestaltung der Reformen einbeziehe.

Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit eines inklusiveren und strategischeren Ansatzes in der Entwicklungspolitik. Die Organisationen machten deutlich: Mehr Mittel, stärkere lokale Einbindung und politische Unabhängigkeit seien unverzichtbar. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, dass Hilfe wirksam, flexibel und frei von externen politischen Einflüssen bleibt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle