14 February 2026, 21:03

Euronext-Chef Boujnah lehnt Fusionspläne mit der Deutschen Börse ab – warum die Unabhängigkeit bleibt

Eine Europakarte mit verschiedenen Grüntönen, die unterschiedliche Regionen anzeigen, und das Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke.

Euronext-Chef Boujnah lehnt Fusionspläne mit der Deutschen Börse ab – warum die Unabhängigkeit bleibt

In den letzten Monaten sind erneut Gerüchte über eine mögliche Fusion zwischen der Deutschen Börse und Euronext aufgekommen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich öffentlich für die Idee einer einheitlichen europäischen Börse ausgesprochen. Doch nun hat Euronext-Chef Stéphane Boujnah klargestellt, dass derzeit keine solchen Verhandlungen im Raum stehen.

Boujnah bestätigte, dass er sich nicht mit Merz getroffen habe, um über den Vorschlag zu sprechen. Zudem betonte er, dass weder die Deutsche Börse noch Euronext Pläne habe, ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Beide Börsen haben wiederholt erklärt, eigenständige Unternehmen bleiben zu wollen.

Frühere Diskussionen über eine Zusammenführung der beiden Institutionen scheiterten bisher an mangelnder Dynamik. Zwischen 2021 und 2026 wurden keine konkreten Schritte in Richtung einer "europäischen Superbahn" unternommen. Die Marktstrukturen blieben unverändert, und der Wettbewerb zwischen den Börsen verlief wie gewohnt.

Statt auf politische Vorgaben zu warten, plädierte Boujnah dafür, dass Unternehmen die europäische Integration selbst vorantreiben sollten. Er sieht die Zukunft des Kontinents eher in einer stärkeren branchenübergreifenden Zusammenarbeit als in zentral gesteuerten Konsolidierungsbemühungen.

Vorerst werden die Deutsche Börse und Euronext weiterhin unabhängig agieren. Das Fehlen von Fusionsgesprächen bedeutet, dass ihre Rivalität – und damit die grundlegende Struktur der europäischen Börsenlandschaft – unverändert bleibt. Künftige Veränderungen würden eher von unternehmerischen Initiativen als von politischem Druck abhängen.