Europatag 2024: Wie Wiesbaden die Schuman-Erklärung mit Leben füllt
Jedes Jahr markiert der Europatag eine Zeitenwende in der Geschichte des Kontinents. Am 9. Mai 1950 präsentierte der französische Außenminister Robert Schuman einen kühnen Plan, um Frankreich und Deutschland durch gemeinsame wirtschaftliche Interessen zu einen. Seine Idee mündete in die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) – den Grundstein für die heutige Europäische Union.
Die Schuman-Erklärung sollte künftige Konflikte verhindern, indem die Kohle- und Stahlproduktion – die Rohstoffe für Kriege – zusammengeführt wurden. Das Ziel war klar: Einen neuen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland „nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich“ machen. Die EGKS wurde zur ersten übernationalen Institution und ebnete den Weg für eine vertiefte europäische Integration.
Wiesbaden lebt diesen Geist der Einheit seit langem. Die Stadt pflegt den Austausch mit ihren europäischen Partnerstädten und ermutigt die Bürgerinnen und Bürger, die Zukunft Wiesbadens als europäische Stadt mitzugestalten. Für Maral Koohestanian, die Wiesbadener Beauftragte für Europafragen, ist Europa ein fortwährender Prozess, der auf aktiver Teilhabe beruht.
In diesem Jahr nutzte Wiesbaden den Europatag, um die Arbeit des Europarats für die Menschenrechte in den Fokus zu stellen. Eine Ausstellung regte Diskussionen über Demokratie und Gesellschaft an und unterstrich die Botschaft: Europa beginnt vor der Haustür. Die Stadt sieht die Schuman-Erklärung nicht nur als historisches Dokument, sondern als Aufruf, auch heute Brücken zu bauen.
Die Feierlichkeiten in Wiesbaden machen eine einfache Wahrheit deutlich: Europa wird stärker, wenn Menschen miteinander reden, debattieren und zusammenarbeiten. Die Schuman-Erklärung verwandelte einstige Rivalen in Partner – und ihr Erbe lebt in Städten wie Wiesbaden weiter. Hier ist Europa keine ferne Idee, sondern beginnt mit alltäglichem Handeln und gemeinsamen Visionen.






