21 March 2026, 16:45

EZB plant digitalen Euro als Gegengewicht zu US-Zahlungsriesen bis 2029

Balkendiagramm, das die Vermögenskonzentration der fünf größten Banken in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

EZB plant digitalen Euro als Gegengewicht zu US-Zahlungsriesen bis 2029

Europa treibt die Pläne für einen digitalen Euro voran, um seine Abhängigkeit von US-amerikanischen Zahlungsdienstleistern zu verringern. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die wichtigsten Vorbereitungen abgeschlossen und sucht nun nach legislativer Zustimmung. Beamte beschreiben das Projekt als einen Weg, die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken, während Bargeld weiterhin im Umlauf bleibt.

Die EZB beendete die Vorbereitungsphase für den digitalen Euro im Oktober 2025. Dies folgte auf monatelange Tests von Mai bis November 2024, an denen 64 Marktteilnehmer in über 50 Versuchen verschiedene Anwendungsfälle prüften. Die Ergebnisse flossen in eine strategische Roadmap ein, die im Juli 2025 veröffentlicht wurde.

Auf legislativer Ebene gibt es Fortschritte: Das Europäische Parlament soll im Juni 2026 über den rechtlichen Rahmen abstimmen. Bei einer Zustimmung könnte 2027 eine Pilotphase beginnen, und der digitale Euro könnte bereits 2029 eingeführt werden. Burkhard Balz, ein Vorstandsmitglied der Bundesbank, bezeichnet ihn als "digitalen Zwilling des Bargelds" – nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Option.

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Die EZB arbeitet zudem an einer breiteren Finanzinfrastruktur. Das System "Pontes" für digitale Zentralbankwährungen (CBDC) im Großkundenbereich und blockchainbasierte Abwicklungen soll Ende 2026 an den Start gehen. Gleichzeitig zielt die Initiative "Appia" darauf ab, einheitliche Standards für tokenisierte Finanzprodukte zu schaffen und so die Marktzersplitterung zu verringern.

Die Bundesbank hat ihre Unterstützung für das Projekt bekräftigt und betont, dass private Unternehmen bisher keine europaweite Zahlungslösung vorgelegt haben. Balz verteidigte zudem die Lagerung der deutschen Goldreserven im Ausland und verwies auf den schnellen Zugang in wichtigen Handelszentren wie New York und London. Details zu Prüfungen wollte er jedoch nicht nennen – unter Verweis auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Partnerzentralbanken.

Noch in diesem Jahr wird eine politische Entscheidung über den digitalen Euro erwartet. Bei einer Genehmigung könnte das System bis 2029 starten und eine europäische Alternative zu den von den USA dominierten Zahlungsnetzwerken bieten. Die Infrastrukturprojekte der EZB, darunter "Pontes" und "Appia", werden die Integration digitaler Finanzdienstleistungen auf dem Kontinent weiter vorantreiben.

Quelle