FDP-Streit eskaliert: Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Generalsekretär wegen Junge Freiheit-Interviews
Raphaela HermighausenFDP-Streit eskaliert: Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Generalsekretär wegen Junge Freiheit-Interviews
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist ein Streit über den Umgang mit rechtsextremen Medien entbrannt. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte den Generalsekretär der Partei, Martin Hagen, scharf dafür, dass er der Jungen Freiheit ein Interview gegeben hat. Die Auseinandersetzung führte dazu, dass sich eine weitere prominente Persönlichkeit öffentlich von einer FDP-nahen Veranstaltung zurückzog.
Leutheusser-Schnarrenberger, die als linksliberales FDP-Mitglied von 2009 bis 2013 unter Angela Merkel Bundesjustizministerin war, verurteilte Hagens Entscheidung. Sie argumentierte, dass Gespräche mit der Jungen Freiheit die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) salonfähig machen könnten. Hagen hingegen verteidigte das Interview und betonte, das Blatt sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich.
Zudem äußerte er Besorgnis über den schwindenden gesellschaftlichen Willen zur sachlichen Debatte. Aus seiner Sicht stellt der Verlust einer argumentativen Streitkultur eine Gefahr für die Demokratie dar. Unterdessen sagte die Philosophin und ehemalige Staatssekretärin Sabine Döring ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung ab. Ihr Rückzug stand im Zusammenhang mit der Wahl des Veranstaltungsrahmens.
Hagen schloss jede Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus. Eine Partei, die von ethnonationalistischen und antiwestlichen Ideologen geführt werde, könne für die FDP kein Partner sein, erklärte er.
Die Kontroverse offenbart die Spannungen innerhalb der FDP über den Kurs gegenüber rechtsextremen Medien und politischen Gruppen. Während Leutheusser-Schnarrenbergers Kritik und Dörings Rückzug auf Unbehagen bei Teilen der Mitgliedschaft hindeuten, unterstreicht Hagens Haltung die offizielle Ablehnung der Partei gegenüber einer Kooperation mit der AfD.
