02 April 2026, 08:31

Filmförderung: Deutschland führt 8-Prozent-Investitionsquote für Streamingdienste ein

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einem Porträt einer Frau, mit gedrucktem Text und numerischer Benennung.

Filmförderung: Deutschland führt 8-Prozent-Investitionsquote für Streamingdienste ein

Die deutsche Koalitionsregierung hat sich auf einen Kompromiss zu den Förderregeln für die Filmbranche geeinigt. Die neue Vereinbarung folgt auf Kritik an der bisherigen Strategie, die zu stark auf freiwillige Absprachen mit Streaming-Plattformen setzte. Nun sollen klarere gesetzliche Vorgaben die Finanzierung von lokalen und europäischen Produktionen stärken.

Der bisherige Ansatz unter der Leitung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer stieß auf erhebliche Widerstände. Sein Plan, die Förderung durch informelle Vereinbarungen mit Streamingdiensten zu sichern, galt als unwirksam. Kritiker warfen ihm vor, wertvolle Zeit verschwendet und keine greifbaren Ergebnisse erzielt zu haben.

Laut dem neuen Koalitionspakt wird Deutschland eine 8-Prozent-Investitionsquote für die Filmbranche einführen. Diese liegt deutlich unter der französischen Regelung, die 20 Prozent vorschreibt – dort sind Sender und Plattformen verpflichtet, in französische oder europäische Filme zu investieren. Frankreich setzt zudem auf strenge Kontrollen, etwa durch die Medienchronologie, die Streaming-Veröffentlichungen erst 15 Monate nach dem Kinostart erlaubt.

Der überarbeitete deutsche Vorschlag sieht schärfere Durchsetzungsmechanismen vor, um die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten. Dennoch gibt es weiterhin Bedenken, insbesondere bei der Opt-out-Klausel und der Verteilung der Rechte. Sven Lehmann, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, hat die Verhandlungen maßgeblich mitgeprägt.

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Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken, fordern Politiker zudem ein attraktiveres Steuersystem für Filmproduktionen. Ziel ist es, mehr internationale Projekte ins Land zu holen und gleichzeitig heimische Filmschaffende zu unterstützen.

Mit dem Koalitionskompromiss vollzieht Deutschland den Wechsel von freiwilligen Absprachen zu verbindlichen Investitionsregeln. Durch die 8-Prozent-Quote und strengere Kontrollen will die Bundesregierung die Finanzierung der Filmbranche ausbauen. Ob der Plan gelingt, hängt davon ab, wie wirksam die neuen Maßnahmen umgesetzt werden – und ob sie den Rückstand zu strengeren Systemen wie dem französischen aufholen können.

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