Frankfurt gedenkt sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau
Anton BlochDemonstration in Frankfurt für die Opfer von Hanau - Frankfurt gedenkt sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau
Über 1.000 Menschen versammelten sich in Frankfurt, um der Opfer des Hanauer Anschlags zu gedenken – sechs Jahre nach der Tragödie. Bei der friedlichen Kundgebung trugen die Teilnehmenden Transparente und forderten Gerechtigkeit. Der rassistische Anschlag vom 19. Februar 2020 in Frankfurt zählt zu den dunkelsten Momenten der jüngeren deutschen Geschichte.
Am 19. Februar 2020 hatte ein Attentäter in Hanau-Kesselstadt zwei Shisha-Bars angegriffen und neun Menschen getötet. Unter den Opfern waren Personen mit kurdischen, rumänischen und anderen Migrationshintergründen, viele von ihnen muslimischen Glaubens. Darunter befanden sich Ibrahim Akkuş, Hamza Kurtović und Vili Păun. Der Täter ermordete später seine eigene Mutter, bevor er sich selbst das Leben nahm.
In Hanau fand am Jahrestag eine separate Gedenkveranstaltung statt, während in Frankfurt eine große Demonstration stattfand. Die Protestierenden zogen mit Schildern durch die Stadt, auf denen 'Nennt ihre Namen' stand, und forderten Erinnerung sowie Konsequenzen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnete den 19. Februar 2020 als 'den schrecklichsten Tag, den diese Stadt in Friedenszeiten erlebt hat'.
Während der Veranstaltung in Frankfurt mahnte Kaminsky einen entschlossenen Kampf gegen die Feinde der Demokratie an. Die Polizei bestätigte, dass die Kundgebung durchgehend friedlich verlief.
Der Anschlag von Hanau hinterließ neun trauernde Familien und eine von Rassismus gezeichnete Stadt. Sechs Jahre später erinnern öffentliche Gedenkveranstaltungen weiterhin an die Opfer und stellen sich gegen Hass. Behörden und Gemeinschaften betonen gleichermaßen die Notwendigkeit, wachsam gegen Extremismus zu bleiben.