20 February 2026, 21:04

Harald Martenstein erhält Deutschen Sprachpreis 2026 für provokante Schreibkunst

Ein Plakat, das ein Bierfest in Deutschland ankündigt und eine Gruppe von Menschen mit Biergläsern und einem Fass im Hintergrund zeigt, mit deutschem Text unten.

Harald Martenstein erhält Deutschen Sprachpreis 2026 für provokante Schreibkunst

Der Journalist und Autor Harald Martenstein ist mit dem Deutschen Sprachpreis 2026 der Henning-Kaufmann-Stiftung ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt sein schriftstellerisches Können, seinen scharfen Witz und sein Engagement für die deutsche Sprache. Bekannt für seinen ungeschönten Stil, hat Martenstein mit seinen Positionen zu Politik, Kultur und Gesellschaft immer wieder für Debatten gesorgt.

Martensteins Karriere umfasst mehrere Jahrzehnte, in denen er unter anderem für renommierte Publikationen wie die Zeit und den Tagesspiegel schrieb. Bis 2022 verfasste er Kolumnen für Letzteren, verließ die Redaktion jedoch, nachdem diese einen seiner Artikel zurückzog und sich von seinen Ansichten distanzierte. Sein Werk, das als zeitgenössisch, reflektiert, aber auch sarkastisch beschrieben wird, stellt sich häufig gegen das, was er als "progressiven Mainstream" bezeichnet – etwa in Themen wie Gender-Theorie, Cancel Culture oder Identitätspolitik.

Anfang dieses Jahres gab er bekannt, dass der Rundfunksender RBB einige seiner Kolumnen nicht ausstrahlen wollte. Der Entscheidung war ein umstrittenes Stück vorausgegangen, in dem er argumentierte, das Tragen von Judensternen bei Corona-Protesten sei anmaßend, aber nicht antisemitisch. Kürzlich sorgte er erneut für Aufmerksamkeit mit einer Rede bei der Theaterproduktion Der Prozess gegen Deutschland, in der er Vorwürfe gegen die AfD als Angriff auf die Demokratie brandmarkte – und jene kritisierte, die ein Verbot der rechtspopulistischen Partei vorantreiben.

Trotz aller Kontroversen bleibt Martenstein eine prägende Stimme im deutschen Medienland. Aktuell schreibt er für die Bild und setzt damit eine Laufbahn fort, die von mutigen Standpunkten und der Weigerung geprägt ist, sich politischer Korrektheit unterzuordnen.

Der Deutsche Sprachpreis 2026 unterstreicht Martenstein Einfluss als Stilist wie als Provokateur. Seine Texte, gelobt für ihre Präzision und Schärfe, halten ihn im Zentrum der öffentlichen Debatte. Die Auszeichnung würdigt seinen anhaltenden Beitrag zum Journalismus und zum kulturellen Diskurs.