Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Personalplanung für 2026
Raphaela HermighausenHaushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Personalplanung für 2026
Kreistag von Siegen-Wittgenstein scheitert an Haushaltsverabschiedung für 2026
Bei einer marathonlangen Sitzung am Freitag scheiterte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein an der Verabschiedung des Haushalts für das Jahr 2026. Die über sechs Stunden dauernde Debatte drehte sich um Finanzfragen, neue Wanderrouten und weitere lokale Prioritäten. Ein zentraler Streit über Einstellungsstopp-Regelungen brachte die Verhandlungen schließlich zum Scheitern – der Kreis bleibt damit ohne gültigen Finanzplan.
Der Hauptkonflikt entzündete sich an einem Antrag der CDU, alle vakanten Stellen vorerst nicht nachzubesetzen – mit Ausnahme von Notfällen. Nach rechtlicher Prüfung kam der Kreistag jedoch zu dem Schluss, dass der Antrag die Kompetenzen des Gremiums überschreite, und lehnte ihn ab. Diese Entscheidung blockierte wiederum die Verabschiedung eines Stellenplans, der für die finale Haushaltsgenehmigung zwingend erforderlich gewesen wäre.
Landrat Andreas Müller (SPD) hatte zuvor gewarnt, dass von einem Einstellungsstopp bis zu 108 Arbeitsplätze betroffen wären. Da keine Einigung über die Personalplanung erzielt werden konnte, verblieb der Haushalt in der Schwebe – der Kreis muss nun vorläufig unter einem "vorläufigen Haushaltsregime" weiterarbeiten.
Die finanzielle Lage spitzt sich zu: Die eingeräumte Überziehungsgrenze des Kreises ist nahezu ausgeschöpft, und die vorhandenen Mittel dürften vor der nächsten Kreistagssitzung im Juni aufgebraucht sein. Um die Liquiditätslücke zu schließen, wird der Kämmerer nun mit Banken verhandeln und beim Regierungsbezirk Arnsberg um Unterstützung nachsuchen.
Falls bis Juni kein Haushalt beschlossen wird, kann die Bezirksregierung eingreifen und einen "Not-Haushalt" verhängen. Dies würde die lokale Entscheidungshoheit über die Finanzen deutlich einschränken.
Bis auf Weiteres muss der Kreis ohne gültigen Haushaltsplan auskommen und sich mit Übergangslösungen behelfen – mindestens bis zur Junisitzung. Gelingt bis dahin keine Einigung, wird eine externe Steuerung immer wahrscheinlicher, was die finanzielle Kontrolle aus den Händen der lokalen Vertreter nehmen würde. Die anstehenden Gespräche des Kämmerers mit Banken und regionalen Behörden werden in den kommenden Wochen zeigen, wie die Finanzlücke überbrückt werden kann.






