Hessen kämpft weiterhin mit massiven Funklöchern in Wäldern und Bergen
Raphaela HermighausenWarum es in Hessen immer noch viele mobile tote Zonen gibt - Hessen kämpft weiterhin mit massiven Funklöchern in Wäldern und Bergen
Hessen bleibt eine der schwächsten Regionen Deutschlands in Sachen Mobilfunkabdeckung – trotz jüngster Fortschritte. Während Städte wie Frankfurt und Wiesbaden über ein stabiles Netz verfügen, kämpfen weite Teile des Bundeslandes weiterhin mit "weißen Flecken", also Gebieten ohne 4G-Empfang. Besonders problematisch ist die Situation in bewaldeten und bergigen Regionen, wo die Topografie und Umweltauflagen den Ausbau erschweren.
In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der weißen Flecken in Hessen von 342 auf 152. Diese Verbesserung geht auf bundesweite Maßnahmen zurück, darunter das 2019 verabschiedete Mobilfunkbau-Beschleunigungsgesetz (MobaBauV) sowie Ausschreibungen, die Telekommunikationsunternehmen verpflichten, bis 2025 mehr als 1.000 neue Mobilfunkmasten zu errichten. Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica bauen ihre Infrastruktur im Rahmen dieser Vorgaben aus.
Fast 90 Prozent der verbleibenden weißen Flecken liegen in Waldgebieten. Der Rheingau, der südhessische Odenwald, der Büdinger Wald und die Stölzinger Berge sind besonders betroffen. Dichte Baumkronen, steile Täler und große Höhenunterschiede blockieren die Signale und machen eine stabile Übertragung unmöglich. Hinzu kommen strenge Naturschutzbestimmungen in Nationalparks wie dem Kellerwald, wo der Bau neuer Masten langwierige Genehmigungsverfahren erfordert.
Da über 40 Prozent der Fläche Hessens bewaldet sind, gestaltet sich der Netzausbau weiterhin schwierig. Während Ballungsräume wie Frankfurt und Darmstadt gut versorgt sind, hinken ländliche und bewaldete Regionen hinterher. Beim Ranking der Bundesländer nach weißen Flecken belegt Hessen derzeit Platz 13 – eine leichte Verbesserung, aber immer noch unter dem Durchschnitt.
Der Rückgang der weißen Flecken zeigt zwar Fortschritte, doch viele abgelegene Gebiete haben nach wie vor keinen zuverlässigen 4G-Empfang. Ob sich die Versorgungslücken bis 2025 weiter verringern, hängt von weiteren Mastbauten und regulatorischen Anpassungen ab. Bis dahin sorgen Geografie und Umweltschutz dafür, dass Teile Hessens abgehängt bleiben.