Hochzeitskorsos statt Fußballfans: Wiesbadens nächtlicher Lärmstreit eskaliert
Raphaela HermighausenHochzeitskorsos statt Fußballfans: Wiesbadens nächtlicher Lärmstreit eskaliert
Lärmbeschwerden in Wiesbaden stammen oft von Hochzeitskorso – nicht von Fußballfans
Lautstärkeprobleme in der hessischen Landeshauptstadt gehen im Sommer häufiger auf nächtliche Hochzeitsumzüge als auf jubelnde Fußballanhänger zurück. Autokorsos, die mit hupenden Fahrzeugen durch die Innenstadt fahren, sorgen immer wieder für Ärger. Anwohner fragen sich, warum die Behörden die nächtliche Ruhezeit ab 22 Uhr nicht konsequenter durchsetzen.
Zwar beginnen die gesetzlichen Ruhezeiten um 22 Uhr, doch fahrende Autos sind nur schwer zu kontrollieren. Unnötiges Hupen gilt als Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld von fünf Euro geahndet – bei erheblicher Belästigung steigt die Strafe auf zehn Euro. Allerdings können die Beamten nur einschreiten, wenn sie die Verstöße selbst beobachten.
Nach Mitternacht hat das Recht der Öffentlichkeit auf Ruhe Vorrang vor Feierlaune. Die Behörden greifen dann ein, wenn es zu Sicherheitsrisiken kommt – etwa durch Verkehrsbehinderungen oder Gefährdungen. Während der Fußball-Weltmeisterschaft zeigen sich die Beamten zwar kulant und dulden friedliche Feiern, solange keine Verkehrsregeln verletzt werden.
Anwohner können Lärmbelästigungen melden, am besten während des Vorfalls. Dennoch bleibt für viele unklar, warum die Stadt nicht konsequent eine Lärmsperre ab 22 Uhr durchsetzt.
Die Regeln sind zwar klar, doch ihre Umsetzung bleibt eine Herausforderung. Bußgelder für übermäßiges Hupen gibt es, und die Polizei handelt bei akuten Gefahren. Doch der Spagat zwischen Feierfreude und nächtlicher Ruhe wird die Wiesbadener auch künftig beschäftigen.
