Jan Böhmermanns provokante Ausstellung im HKW: Satire trifft auf Machtkritik
Anton BlochJan Böhmermanns provokante Ausstellung im HKW: Satire trifft auf Machtkritik
"Die Möglichkeit der Irrationalität": Provokante Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt
Das Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) eröffnet mit "Die Möglichkeit der Irrationalität" eine mutige neue Ausstellung. Kuratiert von Jan Böhmermann und seiner "Royal Group", verwandelt die Schau sein satirisches TV-Format in ein immersives, interaktives Erlebnis. Bis zum 19. Oktober können Besucher hier Politik, Macht und Absurdität durch ungewöhnliche Exponate erkunden.
Der Rundgang beginnt mit Böhmermann persönlich, der in lässiger Kleidung die Gäste empfängt. Im Foyer warten skurrile Artefakte mit Bezug zu umstrittenen Persönlichkeiten: Ein von Donald Trump beworbenes Haarkur-Produkt steht neben Jan Marsaleks Boxsack aus dem Büro, während eine überlebensgroße Butterbüste des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl die Blicke auf sich zieht.
Draußen thront eine riesige, halb versunkene aufblasbare Freiheitsstatue in einem Teich – für Böhmermann ein Symbol für den Zustand der US-Demokratie. Auf dem Dach wiederum ermöglicht eine Teleskop- und Spiegelinstallation den Besuchern, Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Arbeit zu beobachten.
Die Ausstellung blickt auch auf Böhmermanns eigene Vergangenheit zurück: Tausende Akten aus seiner ZDF-Late-Night-Show "ZDF Magazin Royale" sind ausgestellt, ebenso wie die gegen ihn eingereichten Strafanzeigen. Um die Exponate zu schützen, gilt im gesamten Haus ein striktes Handyverbot.
Es ist bereits Böhmermanns dritte Ausstellung im HKW – eine Erweiterung seines satirischen Ansatzes vom Bildschirm in den physischen Raum. Seine bei jüngeren Zuschauern beliebte Sendung könnte zwar künftig seltener laufen, offizielle Änderungen gibt es jedoch noch nicht.
Bis zum 19. Oktober täglich geöffnet, vereint die Schau Satire, Politik und interaktive Kunst. Besucher können juristische Dokumente studieren, kurioses Memorabilia bestaunen und großformatige Installationen erleben – stets mit dem Blick auf Macht und Irrationalität. Die ursprünglich geplanten Konzertreihen werden nicht ersetzt.