24 February 2026, 11:20

Jeder vierte Arzt in Deutschland kommt aus dem Ausland – ein System im Wandel

Ein Schwarz-Weiß-Porträt von Cornelis Solingen, einem Medicinen-Arzt, der auf einem Stuhl sitzt, mit einem Vorhang und einem Fenster im Hintergrund, mit Text unten im Bild.

Etwa jeder achte Arzt in Deutschland hat keine deutsche Staatsbürgerschaft - Jeder vierte Arzt in Deutschland kommt aus dem Ausland – ein System im Wandel

Deutschlands Ärzteschaft verändert sich rasant – ausländische Mediziner spielen eine immer größere Rolle

Im Jahr 2024 stammte fast ein Viertel aller Ärztinnen und Ärzte in Deutschland ursprünglich aus dem Ausland. Dieser Wandel spiegelt breitere Trends in den Bereichen Migration, Arbeitsmodelle und die Alterung des Berufsstands wider.

Noch vor einem Jahrzehnt machten ausländische Mediziner nur 7 Prozent der deutschen Ärzteschaft aus – rund 30.000 Fachkräfte. 2024 hatte sich diese Zahl nahezu verdoppelt: 64.000 im Ausland ausgebildete Ärztinnen und Ärzte waren aktiv im Beruf tätig. Insgesamt waren 121.000 Mediziner – 24 Prozent der gesamten Ärzteschaft – aus anderen Ländern zu Deutschland zugewandert.

Auch die Anerkennung ausländischer medizinischer Abschlüsse hat zugenommen. Allein 2024 erhielten rund 7.600 Qualifikationen in Human- und Zahnmedizin die volle Gleichwertigkeit in Deutschland. Die Medizin rangiert damit auf Platz zwei der am häufigsten anerkannten ausländischen Berufe – noch vor der Pflege, aber hinter diesem Bereich.

Gleichzeitig haben sich die Arbeitsgewohnheiten verändert. 2024 arbeiteten Ärztinnen und Ärzte im Schnitt 40,3 Stunden pro Woche – etwa sechs Stunden mehr als der bundesweite Durchschnitt aller Beschäftigten. Dennoch nimmt Teilzeitarbeit zu: 28 Prozent der Mediziner arbeiten mittlerweile in reduzierter Stundenzahl, ein Trend, der sich in den letzten zehn Jahren verstärkt hat. Zugleich altert der Berufsstand – 2024 war fast ein Drittel (31 Prozent) der Ärzteschaft 55 Jahre oder älter.

Zwischen 2014 und 2023 erwarben laut Statistischem Bundesamt etwa 12.500 ausländische Mediziner die deutsche Staatsbürgerschaft. Aktualisierte Zahlen für 2024 und 2025 liegen noch nicht vor. Der Anstieg der Zuwanderung fällt mit einem 30-prozentigen Zuwachs an Erstsemestern in der Medizin im selben Zeitraum zusammen – ein Hinweis darauf, dass Deutschland versucht, künftigen Personalbedarf zu decken.

Die wachsende Abhängigkeit von im Ausland ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten unterstreicht den Wandel im deutschen Gesundheitssystem. Angesichts einer alternden Belegschaft und sich verändernder Beschäftigungsmuster bleibt das Land weiterhin auf internationale Fachkräfte angewiesen, um Versorgungslücken zu schließen. Aktualisierte Daten zur Einbürgerung der letzten Jahre könnten weitere Erkenntnisse liefern, wie sich diese Entwicklungen fortsetzen.