04 March 2026, 02:57

Kaltblutpferde: Warum sie in Hessen noch immer unersetzlich sind

Ein altes Buch mit einer Illustration eines Pferdewagens in einer Stadtkulisse, umgeben von Text.

Pferd statt Maschine - Welche Arbeit haben die Zugpferde? - Kaltblutpferde: Warum sie in Hessen noch immer unersetzlich sind

Kaltblüter: Stille Helfer in Wald und Feld

Obwohl moderne Maschinen die Landwirtschaft und Forstwirtschaft dominieren, spielen Kaltblutpferde noch immer eine wichtige Rolle. In Hessen setzt eine kleine, aber engagierte Gruppe von Betrieben weiterhin auf die kraftvollen Tiere – etwa beim Holzrücken oder Pflügen. An diesem Wochenende zeigt das Kaltblutfest auf Schloss Freudenberg, wie diese traditionelle Arbeitsweise funktioniert. Besucher können selbst Hand anlegen und die faszinierende Welt der pferdegestützten Techniken gemeinsam erleben.

Auf Schloss Freudenberg trägt das Holzrücken mit Kaltblütern zum Erhalt des Waldes bei. Die Tiere ziehen schwere Baumstämme aus Gebieten, in denen Maschinen nur schwer einsetzbar sind – und schützen so den Boden und die umliegende Vegetation. Nur noch etwa acht Betriebe in Hessen widmen sich hauptberuflich der Pferderückung, eine Praxis, die durch die Mechanisierung fast in Vergessenheit geraten ist.

Hubertus Assmann, ein ortsansässiger Pferdehalter, nutzt sein Gespann nicht nur in der Forstwirtschaft, sondern auch zum Pflügen der Felder. Für ihn ist die Arbeit mit den Tieren leiser und erfüllender als der Einsatz von Maschinen. Die Interessengemeinschaft Zugpferde (IGZ), die sich für den Erhalt traditioneller Pferderückung einsetzt, betont, dass Pferde in bestimmten Bereichen nach wie vor sinnvoll sein können – besonders in Kombination mit moderner Technik. Sie werben für einen gemischten Ansatz, der ökologischer und effizienter ist.

Beim Festival werden sechs Rückepferde im Einsatz sein, und Besucher können selbst ausprobieren, wie man sie führt. Anders als in anderen Bundesländern bietet Hessen Ausbildungs- und Arbeitsprogramme für die pferdegestützte Forstwirtschaft an – und hält so altes Wissen lebendig.

Das Kaltblutfest lenkt den Blick auf eine Nische, die in der deutschen Forstwirtschaft dennoch Beständigkeit bewiesen hat. Zwar hat die Mechanisierung die meisten Aufgaben übernommen, doch in sensiblen oder schwer zugänglichen Gebieten bleiben Pferde unverzichtbar. Die Veranstaltung gibt den Menschen die Gelegenheit, diese fast vergessene Art der Zusammenarbeit mit der Natur nicht nur zu beobachten, sondern selbst zu gemeinsam erleben.