Karl Rehbein: Kölns erster demokratischer Oberbürgermeister nach dem Krieg
Anton BlochKarl Rehbein: Kölns erster demokratischer Oberbürgermeister nach dem Krieg
Karl Rehbein, ein Goldschmied aus Beruf, wurde im 20. Jahrhundert zu einer der prägendsten Persönlichkeiten von Köln. Am 14. Oktober 1885 in der Stadt geboren, war er nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes ihr erster frei gewählter Oberbürgermeister. Seine Führung trug maßgeblich zur demokratischen Erneuerung von Köln bei und brachte ihm bleibende Anerkennung ein.
Rehbeins politische Laufbahn begann 1920 als Stadtrat, wo er bis 1933 verschiedene Parteien vertrat. Unter der NS-Herrschaft führte sein Widerstand zu einer Haftstrafe in Konzentrationslagern von 1936 bis 1945.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ernannte ihn die Militärregierung am 1. April 1945 zum Polizeidirektor. Als Vorsitzender des antifaschistischen Bürgerausschusses von Köln arbeitete er eng mit den Alliierten zusammen, um Ordnung wiederherzustellen und die Grundlagen für eine demokratische Verwaltung zu legen. 1946 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt – ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1956 innehatte.
Über die lokale Politik hinaus wirkte Rehbein als Mitglied des Beratenden Landesausschusses 1946 an der Ausarbeitung der Verfassung Groß-Berlins mit. Sein Einsatz für den Wiederaufbau der Stadt und die Bewältigung sozialer Herausforderungen einte ihm den Beinamen "Vater der Stadt". 1955 ehrte ihn die Bundesrepublik Deutschland mit dem Großen Verdienstkreuz.
Rehbeins Vermächtnis lebt in Köln weiter: Ein Ehrengrab auf dem Hauptfriedhof und die nach ihm benannte Karl-Rehbein-Schule erinnern an ihn. Seine Arbeit als Oberbürgermeister und Polizeidirektor war entscheidend für die demokratische Neuordnung und den Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg.