Kassels Flughafen wird zur halben Milliarde Euro teuren Last für die Region
Laila BienKassels Flughafen wird zur halben Milliarde Euro teuren Last für die Region
Flughafen Kassel wird zur wachsenden finanziellen Belastung für die Region – die kumulierten Defizite nähern sich einer halben Milliarde Euro. Für 270 Millionen Euro erbaut, eröffnete der Flughafen 2013 mit ehrgeizigen Zielen: 324.000 Passagiere und 1.700 Tonnen Fracht sollten im ersten Jahr abgefertigt werden. Doch heute kämpft der Standort mit minimalem Verkehrsaufkommen und steigenden Verlusten.
Der Flughafen nahm im April 2013 den Betrieb auf und versprach, Nordhessen an das europäische Luftverkehrsnetz anzubinden. Doch die Nähe zu größeren Drehtüren wie Frankfurt und ein kleines Einzugsgebiet machten planmäßige Flüge unwirtschaftlich. Seit der Eröffnung stützt sich der Betrieb auf sporadische Charterdienste – die Boulevardpresse taufte ihn spöttisch "Chaos-Flughafen".
2024 verzeichnete der Flughafen lediglich 23.320 Starts und Landungen mit 82.953 Passagieren – im Schnitt nur 7,1 pro Flug – sowie zehn Tonnen Fracht. Diese Zahlen liegen weit unter den ursprünglichen Prognosen. Im vergangenen Jahr scheiterte eine geplante Urlaubsroute der Fischer Air, nachdem sich herausstellte, dass die Airline unseriös war und nie den Betrieb aufnahm.
Die jährlichen Verluste belaufen sich mittlerweile auf über fünf Millionen Euro, die sich das Land Hessen, die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden teilen. Die Grünen schlagen vor, den Standort zu einem allgemeinen Flugplatz herabzustufen, um die Kosten zu senken – der aktuelle Status als Verkehrsflughafen treibe die Ausgaben in die Höhe. Gleichzeitig bleibt die öffentliche Meinung tief gespalten; auf Social Media entbrennen hitzige Debatten.
Die finanzielle Belastung durch den Flughafen lastet weiterhin auf den kommunalen Haushalten. Ohne Linienverkehr und mit geringem Verkehrsaufkommen ist seine Zukunft ungewiss. Jede Entscheidung über eine Umwidmung oder Schließung muss sowohl die wirtschaftlichen Realitäten als auch die regionalen Spannungen berücksichtigen.






