KNDS investiert eine Milliarde Euro in deutsche Panzerproduktion für die Bundeswehr
Anton BlochKNDS investiert eine Milliarde Euro in deutsche Panzerproduktion für die Bundeswehr
Der Rüstungskonzern KNDS baut seine Produktionskapazitäten in Deutschland mit einer Investition von einer Milliarde Euro aus. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundeswehr die Beschaffung tausender neuer gepanzerter Fahrzeuge plant. Gleichzeitig führt das Unternehmen Gespräche mit großen Automobilherstellern, um zusätzliche Werksflächen für die Rüstungsproduktion zu sichern.
KNDS hatte 2021 das Werk von Alstom in Görlitz übernommen und damit die Grundlage für die aktuelle Expansion geschaffen. Nun plant das Unternehmen, eine Milliarde Euro in den Ausbau der Produktion von Panzern und Militärfahrzeugen zu investieren. Dies steht im Zusammenhang mit der Erwartung, dass die Bundeswehr in naher Zukunft bis zu 3.000 radgepanzerte Fahrzeuge vom Typ Boxer ordern wird.
Verhandlungen mit mehreren Unternehmen zur weiteren Kapazitätserweiterung laufen derzeit. Ein zentraler Verhandlungsstrang betrifft das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde, wo KNDS sowohl einen vollständigen Kauf als auch eine Leasingvereinbarung prüft. Der Standort fertigt derzeit Sprinter-Transporter, doch Mercedes plant, diese Produktion bis etwa 2030 nach Jawor in Polen zu verlagern. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Standorts Ludwigsfelde steht jedoch noch aus.
Parallel dazu evaluiert KNDS das Volkswagen-Werk in Osnabrück, wo die Produktion 2027 enden soll. Volkswagen hat erklärt, man suche nach „tragfähigen Perspektiven“ für den Standort – was die Tür für eine mögliche Nutzung durch die Rüstungsindustrie offenlässt.
Die Ausbaubemühungen zielen darauf ab, die steigende Nachfrage nach Militärfahrzeugen in Deutschland zu decken. Sollten die Verhandlungen mit Mercedes-Benz oder Volkswagen erfolgreich verlaufen, könnte KNDS bedeutende neue Produktionsstätten gewinnen. Die Pläne des Unternehmens spiegeln die größeren Bestrebungen wider, die europäischen Rüstungsproduktionskapazitäten zu stärken.






