Krankenkassen-Chefs kassieren Rekordgehälter – trotz Sparappellen an Ärzte und Kliniken
Raphaela HermighausenKrankenkassen-Chefs kassieren Rekordgehälter – trotz Sparappellen an Ärzte und Kliniken
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland drängen seit Langem auf Kostensenkungen im gesamten Gesundheitswesen. Doch 2024 stiegen die Gehälter und Boni ihrer eigenen Führungskräfte deutlich an – trotz der angespannten Finanzlage des Sektors.
Mehrere Kassen erhöhten die Bezüge ihrer Vorstände weit über der Inflationsrate. Michael Lempe, Vorstandsvorsitzender der Handelskrankenkasse (HKK), erhielt eine Gehaltserhöhung von 21.419 Euro, sodass sein Jahresgehalt nun bei 287.104 Euro liegt. Dirk Harrer, der neue Chef der BKK Firmus, verdiente 2024 ganze 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger.
Bei der Bahn-BKK stieg das Gehalt von Christine Enenkel von 178.750 auf 195.000 Euro, hinzu kam ein Bonus von 44.688 Euro. Gordana Maršić, Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, sah ihr Einkommen von 185.000 auf 206.000 Euro steigen – plus einem Bonus von 6.938 Euro. Auch Peter Kaetsch, Chef von BIG direkt gesund, erhielt eine Gehaltserhöhung von 28.750 Euro.
Die Bonuszahlungen fielen im gesamten Sektor üppig aus. Die AOK Niedersachsen zahlte ihren drei Vorständen jeweils zwischen 38.381 und 62.576 Euro. Die AOK Hessen vergab an ihre drei Spitzenmanager insgesamt 159.767 Euro an Boni. Dr. Carola Reimann, Chefin des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro sowie eine betriebliche Altersvorsorge in Höhe von 121.241 Euro.
Die Gehaltssteigerungen fallen in eine Zeit, in der die Kassen von Krankenhäusern, Ärzten und Apotheken Einsparungen fordern. Während die Branche mit finanziellen Herausforderungen kämpft, erhalten die Führungskräfte weiterhin hohe Gehälter, Boni und Zusatzrenten. Der Kontrast zwischen steigenden Managergehältern und den Forderungen nach Sparmaßnahmen sorgt zunehmend für Kritik.






