25 June 2026, 22:22

Lkw-Hersteller warnen: Klimaziele im Güterverkehr drohen an mangelnder Infrastruktur zu scheitern

Lkw-Branche fordert Ausweitung der EU-Ladeinfrastruktur

Lkw-Hersteller warnen: Klimaziele im Güterverkehr drohen an mangelnder Infrastruktur zu scheitern

Europas Lkw-Hersteller haben Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit der Klimaziele im Güterverkehr geäußert. Sie warnen, dass ehrgeizige Emissionsvorgaben ohne schnellere Investitionen in die Infrastruktur scheitern könnten, noch bevor sie richtig in Kraft treten. Branchenvertreter kritisieren, dass die aktuellen EU-Vorschriften kritische Lücken bei Lade- und Wasserstofftankstellen ignorieren.

Laut Schätzungen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) benötigt Deutschland allein bis 2030 rund 350 Hochleistungs-Ladestationen für Lkw. VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte, dass zusätzlich tausende Wasserstofftankstellen neben den Ladestationen errichtet werden müssten, um den Umstieg auf emissionsfreie Flotten zu ermöglichen.

Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender von MAN Truck, unterstrich das Ausmaß der Herausforderung: Europa müsse monatlich 750 bis 800 Hochleistungs-Ladestationen (350 kW) für Lkw installieren, um die Ziele für 2030 zu erreichen. Karin Rådström, Chefin der Daimler Truck Holding AG, kritisierte die Kluft zwischen regulatorischen Anforderungen und wirtschaftlicher Realität und forderte radikale Lösungen.

Die Kosten bleiben ein zentrales Hindernis. Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von Renault Trucks Deutschland, wies darauf hin, dass aufgrund finanzieller Zwänge noch immer 98 Prozent der Lkw mit Diesel betrieben werden. Hersteller wie MAN Truck, Daimler Truck und Renault Trucks argumentieren, dass die hohen Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) und die unzureichende Infrastruktur die größten Hürden darstellen. Die geplanten Euro-7-Abgasnormen, die bis 2049 drastische CO₂-Reduktionen vorsehen, gelten ohne die nötige Unterstützung als undurchführbar.

Ohne rasches Handeln droht Europas Vorstoß für emissionsfreien Güterverkehr ins Stocken zu geraten. Die Branche besteht darauf, dass Lade- und Wasserstoffnetze zügig ausgebaut werden müssen, um die regulatorischen Fristen einzuhalten. Die Hersteller warnen, dass Verzögerungen bei der Infrastruktur sowohl die wirtschaftlichen als auch die ökologischen Ziele untergraben würden.

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