Machtkampf im Kfz-Gewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Streit um Reformen
Anton BlochMachtkampf im Kfz-Gewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Streit um Reformen
Ein langjähriger Streit zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und seinem handwerksorientierten Pendant, dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK), hat sich nach den Ende Januar durchgesetzten gesetzlichen Reformen weiter zugespitzt. Die Änderungen, die der ZDK als Schritt zu mehr Transparenz bezeichnet, verschieben die Machtbalance zwischen den beiden Verbänden grundlegend.
Die Reformen stellen einen deutlichen Bruch mit bisherigen Gepflogenheiten dar. Bisher waren dem ZVK feste Sitze in den Gremien garantiert, doch die neuen Regelungen sehen nun lediglich vor, dass ein Mitglied aus der Handwerksführung kommen soll. Auch die bisherige personelle Verflechtung zwischen den beiden Organisationen wurde abgeschafft, um eine klare institutionelle Trennung durchzusetzen.
Die zeitliche Platzierung dieser Änderungen fällt mit wachsenden Spannungen zwischen ZDK und ZVK zusammen. Der ZDK wirft dem ZVK vor, ein "künstlich konstruiertes Szenario" geschaffen zu haben, um die Trennung zu erzwingen. Gleichzeitig hat der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen – einst ein zentraler juristischer Zankapfel – in den letzten Monaten deutlich an Brisanz verloren.
Als Reaktion geht der ZDK nun in die Offensive, um seine Position zu festigen. Geplant sind direkte Ansprachen an markengebundene Autohäuser in Bayern und Nordrhein-Westfalen, um sie in die neue Struktur der Bonner Zentrale einzubinden. Zudem sollen Werkstätten künftig direkte Mitgliedschaftsoptionen erhalten, um das Risiko einer organisatorischen Zersplitterung zu verringern.
Eine Rückkehr zur Zusammenarbeit bleibt zwar möglich, setzt jedoch voraus, dass der ZVK die reformierten Strukturen akzeptiert und die Führungsrolle der Bonner ZDK-Spitze anerkennt.
Der ZDK intensiviert derzeit in Schlüsselregionen die Aufklärung über die Reformen und ihre Konsequenzen. Die Unternehmen stehen vor der Wahl: Sie können sich dem neuen Rahmen anpassen oder riskieren, aus dem Verband ausgeschlossen zu werden. Das Ergebnis wird zeigen, ob die beiden Organisationen ihre Differenzen beilegen können – oder ob sie sich weiter voneinander entfernen.






