Mehrwertsteuer für Restaurants steigt 2024: Gastronomie in Rödermark protestiert gegen Bundesentscheid
Raphaela HermighausenMehrwertsteuer für Restaurants steigt 2024: Gastronomie in Rödermark protestiert gegen Bundesentscheid
Die deutsche Bundesregierung hat bestätigt, dass der Mehrwertsteuersatz für Restaurantbesuche im Jahr 2024 auf 19 Prozent steigen wird. Damit wird die während der COVID-19-Pandemie eingeführte ermäßigte Rate von 7 Prozent rückgängig gemacht. Lokale Politiker und Vertreter der Gastronomie in Rödermark kritisieren den Schritt als ungerecht und branchenfeindlich.
Die Senkung der Mehrwertsteuer war 2020 als Teil der wirtschaftlichen Notfallhilfen eingeführt und mehrfach verlängert worden, bevor die Regierung die Rückkehr zum vollen Satz von 19 Prozent ankündigte. Kritiker argumentieren, dass der höhere Steuersatz Deutschland in Europa zum Außenseiter mache, da Länder wie Frankreich (5,5 Prozent), Österreich (10 Prozent) und Italien (10 Prozent) deutlich niedrigere Sätze beibehalten.
In Rödermark veranstaltete das städtische Wirtschaftsreferat einen "GastroTisch"-Dialog, um über die Problematik zu diskutieren. Die DEHOGA Hessen, der regionale Gastgewerbeverband, leitete die Veranstaltung, bei der die Vertreterinnen Kerstin Junghans und Luise Parat betonten, dass eine niedrigere Steuer die Branche stärke. Lokale Gastronomen wie Hans Gensert, Steffi Gotta, Vinzenz Schrod und Andrea Billing unterstützten ebenfalls die Kampagne für den Erhalt des ermäßigten Satzes.
Bürgermeister Jörg Rotter und seine Stellvertreterin Andrea Schulner schlossen sich der Initiative an und äußerten Unverständnis über die Bundesentscheidung. Rotter erklärte, dass keine der stichhaltigen Argumente der Gastronomie berücksichtigt worden seien. Junghans fügte hinzu, die DEHOGA werde weiter gegen die Erhöhung kämpfen, da es sich um eine politische und keine wirtschaftliche Notwendigkeit handele.
Die Mehrwertsteuererhöhung wird die Preise für Verbraucher in die Höhe treiben und könnte einige Gäste in günstigere Nachbarländer abwandern lassen. Deutsche Restaurants stehen damit im Wettbewerb mit vielen europäischen Partnern im Nachteil. Die genauen Auswirkungen auf die Betriebe hängen von den Arbeitskosten und den betrieblichen Unterschieden zwischen den Ländern ab.






