Merz würdigt BKA-Jubiläum – doch die Angst vor Kriminalität bleibt
Bundeskanzler Friedrich Merz nahm an den Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden teil. Die Veranstaltung begann mit einem musikalischen Auftritt der Rock-/Pop-Unit des Polizeiorchesters Hannover, die unter anderem das Top-Gun-Thema spielte.
In seiner Rede würdigte Merz die langjährige Arbeit des BKA für die Sicherheit Deutschlands. Gleichzeitig ging er auf aktuelle öffentliche Sorgen ein, die vor dem Hintergrund steigender Kriminalität und geopolitischer Spannungen wachsen.
Der Kanzler betonte die zentrale Rolle des BKA bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität, Terrorismusabwehr und organisierter Kriminalität. Die Entwicklung der Behörde bezeichnete er als entscheidend dafür, dass Deutschland zu den sichersten Ländern der Welt zählt. Dennoch räumte er ein, dass viele Bürger verunsichert seien – angesichts rekordhoher Zahlen bei Gewaltverbrechen, darunter Messerangriffe, politisch motivierte Straftaten und Bedrohungen im Netz.
Merz wies Befürchtungen zurück, dass sich durch die jüngsten US-Angriffe auf den Iran ein erhöhtes Terrorrisiko für Deutschland ergebe. Allerdings verwies er auf Drohnenüberflüge und Desinformationskampagnen seit Beginn des Ukraine-Kriegs als Faktoren, die zur öffentlichen Verunsicherung beitrügen. Um die Sicherheit zu stärken, forderte er erweiterte Befugnisse zur Bekämpfung digitaler Kriminalität, darunter die verpflichtende Speicherung von IP-Adressen.
Nach der Feier reiste Merz laut einem Regierungssprecher nach Norwegen weiter.
Die Jubiläumsveranstaltung des BKA unterstrich dessen jahrzehntelangen Einsatz in der Strafverfolgung. In seinen Äußerungen betonte der Kanzler die Notwendigkeit schärferer Maßnahmen gegen neue Bedrohungen, insbesondere im digitalen Raum. Sein Besuch diente zugleich der Beruhigung der Bevölkerung, ohne die anhaltenden Sorgen über Kriminalität und Sicherheit zu verharmlosen.