04 March 2026, 15:38

Miss Germany 2026: Warum diese Frauen mehr als Schönheit verkörpern

Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Miss Germany 2026: Warum diese Frauen mehr als Schönheit verkörpern

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue Miss Germany in den Bavaria Studios in München. Doch der Wettbewerb hat sich längst von klassischen Schönheitsidealen verabschiedet – stattdessen stehen berufliche Erfolge und Führungsqualitäten im Mittelpunkt. Unter den neun Finalistinnen finden sich Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Soldatinnen, wobei zwei von ihnen wegen ihrer kulturellen Herkunft Kritik ausgesetzt sind.

Für die Wahl 2026 hatten sich über 2.600 Frauen beworben, doch nur neun sind noch im Rennen. Mindestens fünf von ihnen arbeiten in wissenschaftlichen, technischen oder militärischen Berufen: Dazu gehören die Biologin Amelie Reigl, die sich auf die Züchtung menschlicher Haut spezialisiert hat, sowie Aileen Tina Hufschmidt, Pressesprecherin der Bundeswehr mit Auslandseinsätzen. Ergänzt wird die Runde von der Fotografin Stephie Braun, der Beauty-Tech-Vertriebsdirektorin Paula Daub und der Biotech- und Haarpflege-Gründerin Abina Ntim.

Die Veranstalter betonen ihr Ziel: Gesucht werden künftige DAX-Vorständinnen und erfolgreiche Gründerinnen – keine Social-Media-Influencerinnen. Zwei Finalistinnen, Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, sehen sich jedoch mit Vorwürfen konfrontiert, sie seien nicht "deutsch genug", weil sie ein Kopftuch tragen. Beide berichten, dass 90 Prozent der rassistischen und sexistischen Kommentare, die sie erhalten, von Männern stammen.

Sayed, die in der Kategorie "Female Founder" antritt, führt ein Modelabel für kopftuchtragende Frauen. Ben Bouzid, Finalistin in der Sparte "Female Leader", unterstützt frauengeführte Marken bei der Expansion. Trotz des gestiegenen Rassismus und Sexismus seit ihrer Nominierung bleiben beide entschlossen. Sie betrachten ihre Teilnahme als Ehre und Chance, anderen Frauen Türen zu öffnen.

Beim Finale wird eine vielfältige Gruppe von Frauen mit Hintergründen in Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Dienst im Rampenlicht stehen. Sayed und Ben Bouzid lassen sich von der Kritik nicht beirren – sie wollen anderen in ähnlichen Positionen Mut machen. Die Siegerin wird bei der Münchner Veranstaltung gekürt und markiert damit eine Neuausrichtung des traditionsreichen Wettbewerbs.