09 May 2026, 12:24

Mozarts Così fan tutte wird zum realen Beziehungsexperiment in Wiesbaden

Gemälde mit dem Titel "Die Oper" von Édouard Manet, das zwei formell gekleidete Personen an einem Tisch in einem Raum mit gemustertem Tapeten und einer Stadt-skyline durch ein großes Fenster sowie eine dritte Person im Hintergrund zeigt.

Mozarts Così fan tutte wird zum realen Beziehungsexperiment in Wiesbaden

Das Staatstheater Wiesbaden verwandelt Mozarts Così fan tutte in ein gewagtes Echtzeit-Experiment über Beziehungen. Für nur 10 Euro können Zuschauer erleben, wie 20 junge Paare Teil der Aufführung werden – ihre Emotionen und Entscheidungen entfalten sich unter den Blicken des Publikums. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer mit Fragen zu Treue und Liebe herausfordern will.

Die Oper beginnt, noch bevor sich der Vorhang hebt. Statt einer klassischen Bühne dient eine Kunstschule als Schauplatz, das Publikum wird in die Rolle von Studierenden versetzt, die ein Experiment beobachten. Don Alfonso, die treibende Figur der Handlung, leitet einen Test der Verbundenheit – die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmt. Die übliche Distanz zwischen Darstellern und Zuschauern löst sich auf: Kostüme, geflüsterte Gespräche und vielsagende Blicke ziehen alle in das Geschehen hinein.

Für die teilnehmenden Paare ist keine Schauspielerfahrung nötig. Das Theater sucht junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren, die Mut und die Bereitschaft mitbringen, sich einzulassen. Signeyrole will mit der Inszenierung verunsichern, das Publikum dazu bringen, die Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen zu hinterfragen. Der günstige Eintrittspreis täuscht über die Intensität des Erlebnisses hinweg: Echte Gefühle und spontane Reaktionen ersetzen die geskriptete Darstellung.

Die Herausforderung ist klar: Wie halten Liebe und Treue stand, wenn sie unter Beobachtung geraten? Signeyroles Ansatz reißt die schützende Distanz des Theaters ein und zwingt Teilnehmer wie Zuschauer gleichermaßen, sich zu fragen: Wie würden wir selbst in dieser Situation handeln?

Die Aufführung ist Teil des kommenden Spielplans des Theaters und bietet die seltene Gelegenheit, Mozarts Klassiker durch eine moderne, interaktive Linse zu erleben. Mit echten Paaren im Zentrum wird das Experiment zur Spiegelung – es zeigt die Komplexität von Beziehungen, wenn sie auf die Probe gestellt werden. Die Tickets bleiben erschwinglich, doch die Fragen, die die Inszenierung aufwirft, könnten noch lange nach dem letzten Ton nachhallen.

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