18 March 2026, 02:31

Netzentgelte fallen 2029 weg – was das für Kraftwerksbetreiber bedeutet

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

Netzentgelte fallen 2029 weg – was das für Kraftwerksbetreiber bedeutet

Deutschland wird schrittweise die Zahlungen für vermiedene Netzentgelte abschaffen – eine Maßnahme, die Betreiber dezentraler Kraftwerke trifft. Die Bundesnetzagentur hat eine schrittweise Reduzierung angekündigt, beginnend 2026, mit einer vollständigen Streichung bis 2029. Das Vorhaben soll die Kosten für Haushalte und Unternehmen senken, stößt jedoch bei Branchenverbänden auf Kritik.

Die Änderung betrifft nicht-fluktuierende Erzeugungsanlagen, die vor dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen wurden. Die Betreiber dieser Anlagen müssen nun mit höheren finanziellen Belastungen rechnen, da die Ausgleichszahlungen schrumpfen. Ab 2026 werden die Zahlungen jährlich um 25 Prozent gekürzt, bis sie 2029 vollständig entfallen.

Fluktuierende Energiequellen wie Wind- und Solarstrom hatten ihre Kompensation bereits früher verloren. Der schrittweise Wegfall begann hier 2018 und war bis 2020 vollständig umgesetzt. Seither sind die Preise für Solarstrom in Deutschland stark gesunken und liegen 2026 bei etwa 5–6 Cent pro Kilowattstunde – deutlich günstiger als der Netto-Strompreis (35 Ct/kWh) und wettbewerbsfähig mit Gas (11 Ct/kWh).

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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lehnt die Kürzungen ab und warnt, dies könnte vergangene Investitionen gefährden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hingegen unterstützt die Pläne und argumentiert, sie würden die Belastung für Energieverbraucher verringern. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) drängt auf einen schnelleren Ausstieg und fordert die Regulierungsbehörden auf, den Prozess bereits bis 2026 statt 2029 abzuschließen.

Die finanziellen Auswirkungen dürften beträchtlich sein: Nach vollständiger Umsetzung könnten Haushalte und Unternehmen jährlich rund 1,5 Milliarden Euro sparen. Dennoch bleibt Unsicherheit in der Branche bestehen. Das Battery Business & Development Forum in Frankfurt wird das Thema am 16. Juli vertiefend behandeln.

Während der schrittweise Wegfall langfristig Entlastungen für Verbraucher bringt, stellt er die Betreiber von Kraftwerken vor unmittelbare Herausforderungen. Da die Kompensationszahlungen bis 2029 komplett entfallen, müssen dezentrale Energieerzeuger sich auf höhere Kosten einstellen. Die Politikänderung ist Teil umfassender Reformen zur Neugestaltung der Energiekostenstruktur in Deutschland.

Quelle