Neues Digitales-Gesundheitsgesetz soll Telematikinfrastruktur und ePA revolutionieren
Frieder LachmannNeues Digitales-Gesundheitsgesetz soll Telematikinfrastruktur und ePA revolutionieren
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ein neues Digitales-Gesundheitsgesetz angekündigt, um das digitale Gesundheitssystem in Deutschland zu verbessern. Im Mittelpunkt der Pläne stehen die Stärkung der gematik, der Organisation hinter der Telematikinfrastruktur (TI), sowie die nutzerfreundlichere Gestaltung der elektronischen Patientenakte (ePA). Branchenverbände reagierten mit einer Mischung aus Zustimmung und Forderungen nach weiteren Anpassungen.
Das geplante Gesetz zielt darauf ab, die Zuverlässigkeit der TI zu erhöhen und den Zugang zur ePA zu vereinfachen. In ihrer Ankündigung betonte Ministerin Warken die Notwendigkeit einer widerstandsfähigeren digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen. Zudem soll die Funktionalität der ePA erweitert werden, um sie für Patienten und Leistungserbringer praxistauglicher zu machen.
Die AOK-Gesundheitskasse begrüßte die Verbesserungen bei der ePA und unterstützte Pläne, den Anmeldeprozess zu vereinfachen. Gleichzeitig schlug sie vor, dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine größere Beteiligung an der gematik einzuräumen oder den Krankenkassen mehr Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen zu geben. Zudem sprach sich die AOK für die Einrichtung eines Forschungsdatenzentrums Gesundheit (FDZ) aus, forderte jedoch einen besseren Zugang der Versicherer zu Versichertendaten.
Ärzteverbände zeigten sich vorsichtig optimistisch. Zwar sehen sie Potenzial in den Plänen, betonten jedoch, dass die ePA noch erhebliche Überarbeitungen benötige, um Qualität und Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ging weiter und forderte, der gematik mehr Kontrolle über die Dienstleister der TI zu übertragen. Zudem schlug sie eine separate "elektronische Pflegeakte" vor, um den Datenzugriff über die ePA hinaus zu sichern.
Vertreter der Pflegebranche wiesen auf die spezifischen Bedürfnisse ihres Sektors hin. Sie drängten die Politik, in der neuen Gesetzgebung praktikable digitale Lösungen zu verankern, die auf ihre Herausforderungen zugeschnitten sind.
Das Digitale-Gesundheitsgesetz könnte einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des deutschen Gesundheitssystems darstellen. Falls verabschiedet, würde es der gematik mehr Kompetenzen einräumen, die ePA verbessern und langjährige Probleme mit der TI angehen. Doch Krankenkassen, Ärzte und Pflegeeinrichtungen sind sich einig: Weitere Nachbesserungen werden nötig sein, um ihre Anforderungen zu erfüllen.






