Neues Klimarisiko-Modell könnte Bankenstrategien revolutionieren und Pariser Ziele stützen
Frieder LachmannNeues Klimarisiko-Modell könnte Bankenstrategien revolutionieren und Pariser Ziele stützen
Ein neues Konzept zur Bewertung von Klimarisiken wurde der Banque de France von Prof. Dr. Martin Simon und seinem Forschungsteam vorgestellt. Die Methode verspricht präzisere Messungen klimabedingter Finanzrisiken, indem sie Unsicherheiten in Emissionsdaten berücksichtigt. Gleichzeitig bietet sie Banken einen Weg, ihre Kreditvergabe an den Temperaturzielen des Pariser Abkommens auszurichten.
Prof. Dr. Martin Simon, Mitbegründer des Sustainable Finance Research Lab und des Kompetenzzentrums für Angewandte Künstliche Intelligenz an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), leitete die Entwicklung. Die Arbeit seines Teams wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom hessischen LOEWE-Programm im Rahmen des ReMeDI-Projekts gefördert. Der innovative Ansatz konzentriert sich darauf, Lücken in Klimadaten zu quantifizieren, um die Risikomodellierung zu verbessern.
Die Banque de France richtete die Präsentation im Rahmen ihrer laufenden Arbeiten zu Klimafinanzierung aus. Zwar hat die Zentralbank die Methodik noch nicht übernommen, doch der Ansatz wird bereits in der Praxis erprobt: Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) testete ein verwandtes Modell, die X-Degree Compatibility, in einem Pilotprojekt.
Das neue Rahmenwerk ermöglicht es Banken, ihre Kreditportfolios so anzupassen, dass sie Klimaziele erreichen. Indem es Finanzströme mit Temperaturentwicklungen verknüpft, hilft es Institutionen, Investitionen zu vermeiden, die die Klimastabilität untergraben. Die Forschung unterstreicht, dass keine finanzielle Entscheidung neutral ist – jede Wahl fördert entweder den Klimaschutz oder schadet ihm.
Die Methodik bietet eine klarere Möglichkeit, Klimarisiken im Bankensektor zu messen und zu steuern. Ihre Einführung könnte Finanzinstituten helfen, den Klimawandel wirksamer zu bekämpfen. Bisher hat die Banque de France die Ergebnisse geprüft, aber noch keine Pläne zu deren Umsetzung bestätigt.






