Neugestalteter Synagogenplatz in Seligenstadt erinnert an zerstörte Geschichte
Frieder LachmannNeugestalteter Synagogenplatz in Seligenstadt erinnert an zerstörte Geschichte
Ein ruhiger Platz in Seligenstadt erinnert nun an eine verlorene Synagoge
An der Synagogenstraße in der Frankfurter Straße in Seligenstadt wurden kürzlich zwei schmiedeeiserne Tore und eine neue Informationstafel installiert. Die Neugestaltung des Synagogenplatzes soll die Geschichte des zerstörten Gebäudes für Passanten sichtbarer machen.
Hier stand einst die Seligenstädter Synagoge, die 1938 abgerissen wurde. Jahrzehntelang blieb ihre Erinnerung kaum bewahrt – abgesehen von einer Gedenktafel aus dem Jahr 2009. Seither gab es keine weiteren Fortschritte in der lokalen Erinnerungskultur, und aktuelle Projekte zur jüdischen Geschichte der Stadt sind nicht dokumentiert.
Die neuen Elemente umfassen eine größere, auffälligere Informationstafel, die von der Straße aus ins Auge fällt. Zwei schmiedeeiserne Tore rahmen den Platz ein und schaffen so einen geschützten Raum. Sie sollen Besucher zum Verweilen und Nachdenken anregen.
Am 22. März 2023 wurde die Gedenkstätte in einer offiziellen Feier der Öffentlichkeit übergeben. Die Stadt finanzierte das gesamte Projekt und trug die Kosten von rund 13.000 Euro für Tore und Tafel. Zu den Gedenkkenden gehört auch Adolf Abraham Stein, ein angesehener Gemeinschaftsführer, der 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort im folgenden Jahr starb.
Das überarbeitete Mahnmal ist nun ein deutlicheres Zeichen der Erinnerung an die Synagoge. Tore und Tafel machen den Ort präsenter, während die städtische Finanzierung das Projekt erst ermöglichte. Weitere Initiativen zur jüdischen Geschichte Seligenstadts sind derzeit nicht geplant.






