04 March 2026, 18:11

Offenbachs Radverkehrs-Experiment scheitert an mangelnder Nutzung der Waldstraße

Eine Radspur mit einer roten Ampel, Fahrzeuge auf der Straße, Laternenpfähle, Schilder, Gras, Bäume und ein bewölkter Himmel im Hintergrund.

Offenbachs Radverkehrs-Experiment scheitert an mangelnder Nutzung der Waldstraße

Einjähriges Verkehrsprojekt in der Offenbacher Waldstraße endet ohne dauerhafte Umsetzung

Das einjährige Verkehrsversuchsprojekt in der Waldstraße in Offenbach ist beendet. Ziel des Modells war es, Radfahrern mehr Platz einzuräumen und den Busverkehr zu beschleunigen – doch der Stadtrat beschloss, die Änderungen nicht dauerhaft beizubehalten. Während Kritiker monierten, die Radspur werde kaum genutzt, betonten Befürworter, die Umgestaltung habe ohne größere Störungen funktioniert.

Das Experiment sollte ursprünglich die Bedingungen für Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr verbessern. Dazu wurde eine eigene Spur eingerichtet, die zwar den Platz für Autos verringerte, den Verkehr aber flüssig halten sollte. Sabine Groß, Leiterin des Mobilitätsamts, bezeichnete den Versuch als erfolgreich und verwies darauf, dass es trotz der Änderungen zu keinen verstärkten Staus gekommen sei.

Verkehrszählungen zeigten jedoch, dass die Waldstraße von Radfahrern nur selten genutzt wurde – der Radverkehrsanteil lag stets unter drei Prozent. Selbst bei gutem Wetter blieb die Strecke weitgehend leer. Oppositionsparteien wie CDU und FREIE WÄHLER werteten die geringe Nutzung als Beleg für das Scheitern des Projekts. Zudem behaupteten sie, die Umgestaltung habe den Verkehrsfluss beeinträchtigt – eine Einschätzung, die von der Hochschule Darmstadt widerlegt wurde.

Kritiker schlugen stattdessen sicherere Alternativrouten vor, etwa die Senefelderstraße oder die Tempelseestraße, die bereits radfreundlich ausgebaut sind. Nach einem Jahr und Kosten von rund 95.000 Euro stimmte der Stadtrat gegen die Beibehaltung der neuen Verkehrsführung.

Damit kehrt die Waldstraße zu ihrer ursprünglichen Aufteilung zurück. Zwar lieferte der Versuch Daten zu Radfahrgewohnheiten und Verkehrsströmen, doch die geringe Akzeptanz der Radspur beeinflusste die endgültige Entscheidung maßgeblich. Nun wird die Stadt prüfen, ob künftige Radprojekte auf anderen Strecken konzentriert werden sollten.