Persönlichkeit entscheidet mehr über finanziellen Erfolg als Aktien oder ETFs
Raphaela HermighausenPersönlichkeit entscheidet mehr über finanziellen Erfolg als Aktien oder ETFs
Eine neue Studie legt nahe, dass die Persönlichkeit eine größere Rolle für finanziellen Erfolg spielt als die Wahl der richtigen Geldanlagen. Andreas Hackethal, Forscher an der Goethe-Universität Frankfurt, argumentiert, dass das Verständnis persönlicher Eigenschaften wichtiger ist als die Auswahl der richtigen Aktien oder ETFs. Seine Erkenntnisse stellen gängige Annahmen über Anlagestrategien infrage.
Hackethal spezialisiert sich auf Fintechs, Kryptowährungen und Verbraucherschutz im Finanzbereich. In seiner jüngsten Arbeit verlagert er den Fokus weg von klassischen Anlagefragen. Statt zu fragen "Welcher ETF ist der beste?" oder "Wann sollte ich kaufen?", betont er die Bedeutung von Selbstreflexion.
Laut seiner Forschung sind Spar- und Anlagegewohnheiten eng mit der individuellen Persönlichkeit verknüpft. Faktoren wie Disziplin, Risikobereitschaft und langfristiges Denken prägen finanzielle Ergebnisse weit stärker als der richtige Zeitpunkt oder die Auswahl der Vermögenswerte. Auch Ulrike Barth, freiberufliche Autorin seit Anfang 2023, hat ähnliche Trends im Anlegerverhalten beobachtet.
Die Studie deutet darauf hin, dass Anleger bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie ihre finanziellen Entscheidungen an ihren natürlichen Neigungen ausrichten. Statt der neuesten Aktientipps nachzujagen, könnten sie mehr davon profitieren, ihre eigenen Stärken und Schwächen zu analysieren.
Hackethals Erkenntnisse legen einen Wandel im Umgang mit persönlichen Finanzen nahe. Statt sich auf Markttrend oder einzelne Anlagen zu fixieren, sollte der Blick stärker nach innen gerichtet werden. Die Forschung zeigt, dass langfristiger Erfolg weniger von äußeren Faktoren abhängen könnte – und mehr davon, die eigene finanzielle Persönlichkeit zu verstehen.






