Vom Gefängnis zum lebendigen Stadtviertel: Studierende entwerfen Zukunft für Rennelberg
Raphaela HermighausenVom Gefängnis zum lebendigen Stadtviertel: Studierende entwerfen Zukunft für Rennelberg
Das ehemalige Gefängnis Rennelberg in Braunschweig steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Studierende des Instituts für Städtebau der TU Braunschweig haben nun innovative Pläne präsentiert, wie das Gelände und seine Umgebung neu genutzt werden könnten. Ihre Entwürfe, die derzeit im historischen Rathaus ausgestellt sind, geben einen Ausblick auf die mögliche Zukunft des Areals als lebendiges Stadtviertel.
Das Projekt nahm Ende 2018 seinen Anfang, als der Verwaltungsausschuss der Stadt einen Beschluss fasste, einen Bebauungsplan für das ehemalige Gefängnisgelände zu erarbeiten. Seitdem haben die Studierenden kreative Konzepte entwickelt, um das Gebiet neu zu denken – drei Entwürfe stachen dabei in einem aktuellen Wettbewerb besonders hervor.
Franziska Heininger und Johannes Quirin erhielten den ersten Platz für ihre Vision "Von Mauern zu Gemeinschaft: Die Umgestaltung des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg". Ihr Plan sieht ein offenes, einladendes Quartier vor, in dem symmetrische Wege zu einem großen zentralen Platz führen. Dieser soll als kreativer Campus dienen und Gemeinschaftsnutzung mit modernem Design verbinden.
Adriana Gens und Mareike Meier belegten mit "Gefängnis Rennelberg: Wenn Barrieren fallen" den zweiten Platz. Ihr Ansatz zielt darauf ab, die abgeschlossene Wirkung des Geländes aufubrechen, indem großzügige Innenhöfe und ein "Klimawald" als Park entlang einer zentralen Promenade entstehen. Das Konzept soll die Fläche zugänglicher machen und gleichzeitig grüne öffentliche Räume schaffen.
Sarah Suttner López und Robert Sievert erreichten mit "Nachbarschaft statt Gefängnis: Gemeinschaft über Mauern" den dritten Platz. Ihr Entwurf schlägt eine neue Straße, die "Rennelbergtwete", sowie einen öffentlichen Platz, den "Rennelbergplatz", vor – ergänzt durch eine Quartiersgalerie. Der Plan legt Wert darauf, bestehende Strukturen zu erhalten und gleichzeitig kleinteilige, gemeinwohlorientierte Entwicklungen zu fördern.
Bevor die Umgestaltung beginnen kann, muss die Stadt jedoch zunächst den Verkauf des Gefängnisgeländes abschließen. Bis dahin wird die ehemalige Anlage im Juni vorübergehend das "Theaterformen"-Festival beherbergen – ein kultureller Vorgeschmack auf ihre künftigen Möglichkeiten.
Die studentischen Entwürfe sind noch bis zum 20. Mai im Foyer des zweiten Obergeschosses des Rathauses zu sehen. Während die Ausstellung mögliche Entwicklungsrichtungen für das Gelände aufzeigt, hängen die nächsten Schritte vom Ausgang des laufenden Verkaufsverfahrens ab. Sobald die Entscheidungen gefallen sind, kann die Stadt mit der Umwandlung des Areals in ein neues urbanes Viertel voranschreiten.






